Koalitionschaos FDP-Politiker Brüderle weint Stoiber keine Träne nach

Kaum verdichten sich die Anzeichen dafür, dass CSU-Chef Stoiber nicht als Minister nach Berlin wechselt, sticheln die Liberalen gegen den bayerischen Ministerpräsidenten. Der FDP-Politiker Brüderle sieht keinen Grund, Stoibers Entscheidung zu bedauern.


Berlin - "Aus ordnungspolitischer Sicht weine ich Herrn Stoiber keine Träne nach", sagte der stellvertretende FDP-Chef Rainer Brüderle heute. Jetzt bestehe die Chance, dass in das wichtige Ministerium "doch keine interventionistische Industriepolitik bayerischer Art einzieht". Brüderle empfahl der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel, die Koalitionsgespräche mit der "Chaos-SPD" abzubrechen und über ein Bündnis mit FDP und Grünen nachzudenken.

Ähnlich hatte zuvor FDP-Chef Guido Westerwelle argumentiert. Angesichts der Führungskrise in der SPD forderte Westerwelle ein nochmaliges Nachdenken über eine sogenannte Jamaika-Koalition. "Es wäre jetzt besser, man würde diese Option ernsthaft sondieren", sagte Westerwelle gestern in der ARD. Die Option eines Zusammengehens der Unionsparteien mit FDP und Grünen sei "noch nicht vom Tisch". In der SPD gebe es nach dem Rücktritt von Parteichef Franz Müntefering "Auflösungserscheinungen", sagte Westerwelle. "Wie wollen Sie mit so einem Laden regieren? Das wird nix." Müntefering sei mit der Nominierung von Andrea Nahles als neue Generalsekretärin "faktisch abgesetzt worden".



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.