Koalitionsoptionen Grüne Löhrmann will Gespräche mit SPD und Linken

Für die stellvertretende Ministerpräsidentin von NRW, Sylvia Löhrmann, ist eine Sondierung eines rot-rot-grünen Bündnisses vorstellbar. Die bisherigen Gespräche mit der Union bewertet die Grünen-Spitzenfrau kritisch.
Sylvia Löhrmann (Zweite von links) nach der Sondierung mit der Union am Donnerstag: "Keine hinreichende Übereinstimmung"

Sylvia Löhrmann (Zweite von links) nach der Sondierung mit der Union am Donnerstag: "Keine hinreichende Übereinstimmung"

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Berlin - Am Donnerstag sondierte sie mit der Grünen-Delegation noch Koalitionsoptionen mit Kanzlerin Angela Merkel, jetzt bringt Sylvia Löhrmann, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, erneute ein rot-rot-grüne Sondierung ins Spiel.

"Die SPD muss sich fragen, ob sie nicht doch noch ein Gespräch mit Grünen und Linken führt", sagte die Grünen-Politikerin in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" auf die Fragen , ob sie nach wie vor solche Gespräche befürworte.

Löhrmann erinnerte daran, dass SPD und Grüne nach der Landtagswahl 2010 in Nordrhein-Westfalen ebenfalls mit den Linken gesprochen hätten - "auch um sie zu fordern". Sie finde es auch richtig, dass die Sozialdemokraten in Hessen zurzeit alle Möglichkeiten ausloteten.

Ähnlich wie zuvor der Grünen-Sondierer Jürgen Trittin bewertete Löhrmann das erste Treffen mit der Union vom Donnerstag kritisch: "Da zeichnet sich noch keine hinreichende Übereinstimmung ab", so Löhrmann. Am Dienstag werden sich Löhrmann und die Grünen-Spitze erneut mit der Unions-Delegation treffen.

Im Bund stehen die Zeichen momentan eher auf Große Koalition: Am Freitagmittag hatten sich Kanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und SPD Chef Sigmar Gabriel zu einem Vorgespräch für die Sondierung am Montag getroffen. Derzeit sieht es so aus, als wolle die Union den Genossen beim Thema flächendeckender Mindestlohn entgegenkommen. Die SPD soll angeboten haben, auf Euro-Bonds zu verzichten. Das hatte die "Leipziger Volkszeitung" unter Berufung auf Parteikreise berichtet.

cht
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