Koalitionspoker Trittin warnt vor Jamaika-Koalition

Der Ex-Außenminister und inoffizielle Grünen-Chef Joschka Fischer hatte in einem Interview Spekulationen über Ampel-Koalitionen mit den konservativen Parteien losgetreten. Der stellvertretende Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hält davon gar nichts.

Berlin - "Eine Jamaika-Koalition, bei der Grüne als fünftes Rad am Wagen den Konservativen und Neoliberalen zur Macht verhelfen, die wäre das Ende der Grünen", sagte der frühere Umweltminister der "Berliner Zeitung". An der Grünen-Basis hätte eine solche Konstellation keine Chance, meinte Trittin. Keine zehn Prozent der Mitglieder wären dafür.

Unions-Fraktionschef Volker Kauder zeigte sich im Grundsatz offen für eine Zusammenarbeit mit den Grünen auf Bundesebene. "Jede demokratische Partei ist grundsätzlich mit jeder koalitionsfähig", sagte er der "Welt am Sonntag". "Darüber entscheiden wir nach der nächsten Bundestagswahl." Derzeit solle man "auf solche Spekulationen keinerlei Kraft verschwenden".

Bezogen auf das Interview Fischers meinte Trittin, solche Diskussionen seien schädlich für die Grünen. Die Grünen sollten sich lieber auf die Rückeroberung der Macht in den Ländern konzentrieren. "Es geht da um Zweier-Konstellationen, eher mit der SPD", sagte Trittin.

Er machte auch Spekulationen ein Ende, er könnte als Parteichef der Grünen kandidieren. Er werde im Herbst lediglich erneut für den Parteirat kandidieren, sagte Trittin. Derzeit sind Claudia Roth und Reinhard Bütikofer Bundesvorsitzende der Partei.

mik/AP/ddp

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