Koblenz Tausende demonstrieren gegen Rechtspopulisten

Marine Le Pen, Geert Wilders und Frauke Petry: In Koblenz tagt die Prominenz des europäischen Rechtspopulismus. Tausende von Demonstranten protestierten im Gegenzug für Toleranz und Weltoffenheit.
Demonstrationszug in Koblenz

Demonstrationszug in Koblenz

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Kirchen und Verbänden hatte zu der Demonstration in Koblenz aufgerufen, Menschen mit SPD- und mit CDU-Banner standen Seite an Seite. Hauptrednerin auf der Veranstaltung war die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Sie betonte, die Kundgebung sei eine "Demonstration für die Freiheit, für den Zusammenhalt in unserem Land, für Weltoffenheit und Toleranz".

In ihrer Ansprache hob Dreyer hervor, dass dies die "Mitte der Gesellschaft" sei. Wenn die Rechtspopulisten sagten, sie seien das Volk, sage sie: "Nein, sie missbrauchen das Volk!" Sie machten den Menschen vor, dass Rassismus, engstirniges Denken sie weiterbringen würden.

Unter dem Motto "Koblenz bleibt bunt" kamen nach Angaben von Polizei und Veranstaltern rund 3000 Menschen in der Stadt zusammen - mehr als anfänglich erwartet wurden. Bis zum Samstagmittag blieb es ruhig. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Auch eine Sitzblockade von 40 Demonstranten verlief friedlich, wie die Polizei mitteilte. Die Demonstranten blockierten den Angaben zufolge eine von mehreren Zufahrtstraßen zur Kongresshalle, ohne den Ablauf zu stören.

Auf den Plakaten wurde vor allem kreativ gegen die AfD-Chefin Frauke Petry protestiert. Auf einem Banner hieß es "Petry heil muss Anglergruß bleiben", auf einem anderen war um das Bild des Schlagersängers Wolfgang Petry die Forderung platziert: "Den Namen Petry wieder positiv besetzen!"

Ziel des Protests war der Kongress der Europaparlamentsfraktion "Europa der Nationen und der Freiheit" (ENF), an dem neben AfD-Chefin Petry Frankreichs Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National und der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders teilnahmen. Erklärtes Ziel der ENF-Fraktion ist das Ende der Europäischen Union.

Für breite Kritik sorgte die Entscheidung der Organisatoren, Vertreter von ARD und ZDF, des SPIEGEL, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", vom "Handelsblatt" und von "Compact" nicht zur Berichterstattung zuzulassen.

cbu/dpa
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