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14. Oktober 2007, 15:06 Uhr

Köhlers Angreifer

Otto Normalverbraucher mit Schulden

Angst um den Bundespräsidenten: Horst Köhler wurde in Frankfurt von einem Mann bedrängt. Der Täter galt erst als geistig verwirrt, dann stellte sich heraus: Er hat Schulden und wollte Köhler nur um Hilfe bitten. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß.

Frankfurt am Main - Es sollte eigentlich das entspannte Ende einer Preisverleihung werden. Doch dann spielten sich vor der Frankfurter Paulskirche Tumultartige Szenen ab. Kurz nach Verlassen der Veranstaltung anlässlich der Verleihung des Friedenspreises an Saul Friedländer wurde Bundespräsident Horst Köhler heute Nachmittag in Frankfurt von einem 44-jährigen Mann deutsch-rumänischer Herkunft angegriffen. "Der Mann kam aus der Menschenmenge heraus und versuchte, Köhler von hinten zu umklammern", sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei SPIEGEL ONLINE.

Bundespräsident Horst Köhler: Von Ingenieur attackiert
DPA

Bundespräsident Horst Köhler: Von Ingenieur attackiert

Köhler blieb unverletzt. Personenschützer und Polizisten griffen zu, führten den Angreifer ab. Zuerst hieß es, dieser sei offensichtlich geistig verwirrt. Doch dann stelle sich heraus: Der Mann hat einfach nur Schulden und habe nach eigener Darstellung den Präsidenten um Hilfe bitten wollen.

Ein Polizeisprecher sagte, der aus Offenbach stammende Ingenieur fühle sich zudem bei von ihm geführten Zivilprozessen schlecht behandelt. Er habe aber kein psychisches Problem: "Das ist ein Otto Normalverbraucher, sagte der Polizeisprecher. Der Mann wurde schließlich wenige Stunden nach der Attacke wieder auf freien Fuß gesetzt.

Schon zuvor hatte die Polizei politische Motive für die Tat ausgeschlossen: "Von einer politisch motivierten Tat kann nicht ausgegangen werden", sagte ein Sprecher. Der Bundespräsident unterdessen setzte sein Besuchsprogramm nach dem Zwischenfall wie geplant fort.

sam/sef/dpa

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