Köln 16-Jähriger wegen mutmaßlicher Anschlagspläne angeklagt

Weil er einen Anschlag geplant haben soll, muss sich ein 16-jähriger Flüchtling womöglich bald in Deutschland vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen ihn erhoben.

Landgericht und Amtsgericht in Köln
DPA

Landgericht und Amtsgericht in Köln


"Ganz konkrete Anweisungen" zum Bau einer Bombe soll ein 16-jährige Flüchtling von einem ausländischen Chatpartner mit IS-Bezügen erhalten haben. Im September wurde der junge Flüchtling festgenommen, Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass er einen Sprengstoffanschlag plante. Ein konkretes Anschlagsziel war noch nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen den Jugendlichen erhoben, sagte am Montag Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn. Demnach könnte ihm wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat der Prozess gemacht werden.

Die Auswertung des Handys des Verdächtigen hatte belegt, dass er "Kontakte zu einer im Ausland lebenden Person mit IS-Bezügen hatte, die den jungen Syrer für islamistische Aktivitäten gewinnen wollte", teilten Kölner Staatsanwaltschaft und Polizei im Zuge der Ermittlungen mit.

Verurteilung nach Jugendstrafrecht

Der Jugendliche war nach Angaben der Polizei gemeinsam mit seinen Eltern vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen und Anfang Januar 2015 nach Deutschland gekommen. Die Familie sei in Dülmen im Münsterland erfasst und dann in eine Flüchtlingsunterkunft in Köln gebracht worden.

Der Polizei war der 16-Jährige kein Unbekannter: Zum ersten Mal wurde er im Juni dieses Jahres von der Polizei überprüft, weil er sich auffällig verändert haben sollte. Es seien damals aber nur wenige Bilder mit Bezug zum IS auf seinem Handy entdeckt worden, sagte Mathies.

Wegen seines Alters gelte für ihn das Jugendstrafrecht. Im Falle einer Verurteilung seien Strafen von Arbeitsstunden bis hin zu einer Jugendstrafe denkbar.

vks/dpa

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