Hunderte Bürgerinnen und Bürger malen Marktplatz bunt an, bevor Rechtsradikale dort demonstrieren

Dieser Beitrag wurde am 15.09.2018 auf bento.de veröffentlicht.

Vor einer geplanten rechtsradikalen Demonstration in Köthen haben Hunderte Menschen den Marktplatz bunt angemalt, auf dem die Kundgebung stattfinden soll. Dazu aufgerufen hatten die Stadt und die Anhaltische Landeskirche. Sie wollen so ein Zeichen für Frieden und Toleranz zu setzen. 

Bei der Aktionen wurde eine große brennende Kerze auf das Pflaster gemalt, umrahmt von einer Blume und einer Friedenstaube. Daneben steht "Friede sei mit dir!" in großen Buchstaben. Außerdem schrieben viele Bürgerinnen und Bürger eigene Botschaften auf den Boden.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Oberbürgermeister Bernd Hauschild (SPD) sagte: "Die Köthener haben ausgedrückt, was sie empfinden, wenn es um Frieden und um Trauer geht." Schätzungsweise 200 bis 300 Menschen hätten sich an der Aktion beteiligt.

Warum protestieren Rechtsradikale in Köthen?

Die Demonstration am Sonntag findet eine Woche nach dem Tod eines 22-Jährigen statt. Nach Behördenangaben starb der schwer herzkranke junge Mann in der Nacht zum vergangenen Sonntag an einem Infarkt, nachdem er sich schlichtend in einen Streit zwischen mehreren Afghanen eingeschaltet hatte und ins Gesicht geschlagen wurde. Zwei 18 und 20 Jahre alte Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. 

Wer demonstriert auf dem Marktplatz?

Zu der Kundgebung auf dem Marktplatz und dem anschließenden Protestzug hat der rechtsextreme Verein "Zukunft Heimat" unter anderem gemeinsam mit dem Pegida-Bündnis aus Dresden aufgerufen. 

Die AfD zählt nicht zu den Veranstaltern, Mitglieder hatten allerdings zum Teil dafür in ihren Netzwerken geworben und eine Teilnahme angekündigt. Mehrere Bündnisse gegen Rechts haben zu einer Protestveranstaltung aufgerufen.

Mit Material von dpa

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.