Kohl droht Werde mich in den Wahlkampf einschalten

CDU-Chefin Angela Merkel und einige andere Spitzenpolitiker dürften darüber wenig glücklich sein. Im Berliner Wahlkampf will jetzt einer kräftig mitmischen, mit dem nach weit verbreiteter Ansicht keine Wahlen mehr zu gewinnen sind - der "Kanzler der Einheit".


Wahlkämpfer Helmut Kohl
AP

Wahlkämpfer Helmut Kohl

Essen - Beieiner Gedenkverantaltung zum 17. Juni in Essen warf Altbundeskanzler Helmut Kohl der SPDvor, sie biedere sich bei den Verantwortlichen für den Mauerbau unddie blutige Niederschlagung des Volksaufstands am 17. Juni an, um inder Hauptstadt an die Macht zu kommen. Die mit Hilfe der SED-Nachfolgepartei PDS herbeigeführte Regierungsübernahme in derHauptstadt schade der gesamten Bundesrepublik."Wer die SED-Nachfolger hofiert, als habe es Mauer undStacheldraht nie gegeben, macht sich schuldig", sagte Kohl. DieVorgänge in Berlin seien ein weiterer Schritt auf dem Weg zurRegierungsbeteiligung der PDS im Bund. "Wer einen Rest vonpolitischem Verstand behalten hat, kann mit Händen greifen, was dernächste Schritt sein soll." Kohl warf seinem Nachfolger GerhardSchröder vor, die Lehren aus der Geschichte zu vergessen. Indem dieSPD gemeinsame Sache mit der PDS mache, verlasse sie den gemeinsamenKampf der Demokraten gegen die Extremisten.



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