Koks-Spuren im Bundestag Kein Fall für die Justiz

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat sich entschieden. Sie wird sich mit den angeblich in Toiletten des Reichstags und des Abgeordnetenhauses gefundenen Kokainspuren nicht weiter beschäftigen.

Berlin - Es werde keine Ermittlungen geben, weil sich auf Grund der Berichte des Sat.1-Fernsehmagazins "Akte 2000" kein Anfangsverdacht ergeben habe, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Der Bundestag sowie das Landesparlament hatten der Staatsanwaltschaft vergangene Woche das Gutachten des mit der Untersuchung befassten Instituts gegeben. Ein Reporter des Magazins hatte bei Tests im Reichstag angeblich in 22 von 28 Toiletten Kokainspuren gefunden. Im Landesparlament sollen es fünf positive Proben auf öffentlich zugänglichen Toiletten gewesen sein. Die Justiz prüfte seitdem, ob ein Verfahren eingeleitet wird.

Die Berichte vor allem über den Reichstag hatten ein heftiges Echo, aber auch Kritik an der Art der Recherche für den "Akte 2000"-Beitrag ausgelöst. Das mit der Untersuchung der von einem Reporter genommenen Proben befasste Institut hatte unterdessen mehrere Erklärungsversuche für die Verbreitung der Droge auf die Toiletten geliefert, beispielsweise durch die Übertragung mit Putzwasser.

Für Berlins Parlamentspräsidenten Reinhard Führer ist die Sache mit der Entscheidung der Staatsanwaltschaft erledigt. "Ich messe der Sache nicht viel Bedeutung bei. Das Abgeordnetenhaus ist ein offenes Haus, in dem man so etwas nicht unterbinden kann." Er habe nicht vor, Leibesvisitationen anzuordnen. "Wenn jemand eine Toilette aufsucht, um da etwas zu schnupfen, steht das nicht unter unserer Kontrolle."

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.