Fotostrecke

Parteivorsitz der Linkspartei: Lafontaine zieht Kandidatur zurück

Foto: dapd

Kommentar Beleidigter Oskar

Das war's: Oskar Lafontaine ist mit seinem Versuch, die Linkspartei zurückzuerobern, endgültig gescheitert. Damit ist das Projekt einer gesamtdeutschen Linken tot - der Saarländer hinterlässt eine ratlose Partei mit einer erledigten Führung.

Was hatte er gebettelt, gebeten zu werden. Oskar Lafontaine wollte noch einmal richtig gewollt sein. Eine umjubelte Rede, ein furioses Ergebnis auf dem Parteitag der Linken, ein Wahlerfolg 2013 und dann die Übergabe an die Lebensgefährtin. Ach ja, und dann ins Geschichtsbuch.

So und nicht anders sollte sein letzter großer Auftritt aussehen. Altmännerphantasien halt.

Ein politisches Schwergewicht verlässt beleidigt die Politik-Arena. Ein paar Ostdeutsche haben ihn aus der Bahn geworfen, haben sich nicht verneigt und verbeugt. Sie wollten zeigen, dass sie nicht mehr die SED sind. Die Botschaft ist angekommen.

Für den politischen Lebensweg Lafontaines ist das durchaus eine kuriose Pointe. Er, der eine schnelle deutsche Wiedervereinigung ablehnte, der 1990 schon ein "Viertes Reich" kommen sah, wird nun von Ossis in sein kleines Saarländchen geschickt, in dem er weiter gegen sein Vergessen rumpeln und pumpeln kann. Die politische Klasse kann sich beim Ost-Linken Dietmar Bartsch bedanken. Er hat einen penetranten Besserwisser vom Feld gestellt.

Was aus dem Spielzeug wird, das der Saarländer nun nicht mehr mag, ist ungewiss. Nach der Pleite in NRW und Lafontaines Ausstieg ist das Projekt "Gesamtdeutsche Linke" tot. Der Rückzug in die ostdeutschen Reservate ist am wahrscheinlichsten. In Brandenburg oder Thüringen werden weiter zwei sozialdemokratische Parteien miteinander konkurrieren und regieren - und womöglich irgendwann fusionieren.

Ob die Linke aber als Bundespartei überleben wird? Ob sie es in den nächsten Bundestag schafft? Zweifel sind angebracht, denn in Wahrheit ist die gesamte Führung der Partei erledigt, Gregor Gysi inklusive. Nicht auszuschließen, dass der Fraktionschef als Nächster hinwirft.

Ein zweites Mal in seinem Leben hinterlässt Oskar Lafontaine eine Partei weitgehend ratlos. Die SPD brauchte Jahre für die Genesung, die Linke hat diese Zeit nicht.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.