Reaktion auf "Friday for Future" Konstanz ruft als erste Stadt Deutschlands den Klimanotstand aus

London, Los Angeles, Vancouver und jetzt Konstanz: Immer mehr Städte wollen bei ihren Entscheidungen die Auswirkungen auf das Klima mitberücksichtigen. Umwelt- und Schüleraktivisten sind begeistert.

Hafen von Konstanz am Bodensee (Archiv)
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Hafen von Konstanz am Bodensee (Archiv)


Konstanz am Bodensee hat als erste Stadt Deutschlands den Klimanotstand ausgerufen. Der Gemeinderat fasste auf Initiative der Schülerbewegung "Fridays for Future" dazu einen einstimmigen Beschluss, teilten ein Vertreter der Aktivisten sowie ein Sprecher der Stadt mit. Die Stadt Konstanz stellt damit alle Entscheidungen unter einen Klimavorbehalt.

Der Ratsbeschluss umfasst mehrere Ziele, etwa die klimaneutrale Energieversorgung von Gebäuden, ein Mobilitätsmanagement für die Stadt und ein Energiemanagement für städtische Gebäude. Entsprechende Beschlussvorschläge sollen dem Rat vorgelegt werden.

Die Anregung für den Beschluss sei von "Fridays for Future" gekommen, hieß es bei der Kommune. Ende Februar hätten Vertreter der Bewegung mit Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) gesprochen, der daraufhin die Verwaltung beauftragt habe, eine Beschlussvorlage zu erarbeiten. Die Stadt teilte weiter mit: "Um zu gewährleisten, dass die Verabschiedung der Resolution kein reiner Symbolakt bleibt, muss analysiert werden, wer welche Beiträge erbringen kann und muss."

Die Ortsgruppe von "Fridays for Future" teilte mit, der Notstand sei zwar kein "Notstand" im rechtlichen Sinne. Durch die Ausrufung würde der Gemeinderat den Klimawandel aber als akute Bedrohung anerkennen "und die Eindämmung der Klimakrise und ihrer schwerwiegenden Folgen zur Aufgabe von höchster Priorität erklären".

Nach diesem Muster hatten zuvor bereits die Städte Vancouver, Oakland, Los Angeles, London und Basel und das Parlament Großbritanniens den Klimanotstand beschlossen. Die seit Monaten andauernden Schülerdemonstrationen von "Fridays for Future" können damit in Deutschland einen wichtigen politischen Erfolg verbuchen. "Die Ausrufung des Klimanotstandes durch den Konstanzer Gemeinderat ist ein wichtiges Zeichen für ganz Deutschland", teilten die Organisatoren in der baden-württembergischen Stadt mit.

In anderen Städten und Regionen Deutschlands gibt es ebenfalls solche Forderungen: So ruft beispielsweise das Klimabündnis Hamm zu einem Klimanotstand in Nordrhein-Westfalen auf, in Kiel gibt es ähnliche Bestrebungen.

kko/AFP/dpa



insgesamt 125 Beiträge
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derspiegeldesspiegel 02.05.2019
1. Perfekt
Stadt Stuttgart sollte folgen und die Dreckskarren endlich aussperren!
raubritter2.0 02.05.2019
2. Städte dieser Welt, schaut auf diese Stadt
Vorbildlich liebes Konstanz. Sollten sich alle anderen Städte hie in BW anschließen. In meinem Städtle regiert allerdings die Industrie, da wird das nix mit dem Kilmasschutz.
Paddel2 02.05.2019
3. Entspannt bleiben
Die Stadt Konstanz wurde gefühlt Jahrzehnte grün regiert ohne dass dort ökologische Innovationen entstanden sind. Wer das regelmäßige Verkehrschaos dort kennt weiß, dass sich außer Symbolpolitik dort einmal mehr nichts ändern wird. Konstanz ist eine stehen gebliebene Stadt, die durch Weigerung zur Erschließung von Neubaugebieten und geringer Offenheit gegenüber Investoren als Stadt für reiche Privilegierte gemausert hat. Schön ist es dort im Sommer aber allemal, sofern man es sich leisten kann.
Hörbört 02.05.2019
4. Auf dieser Weißglut will ich meine veganen Steaks grillen
Präventiver Beitrag, der den Heißspornen aus dem Lager der professionellen Klimaleugner gewidmet ist, die alsbald mit ihrem Gefasel von der "Klimakirche" übern Zaun steigen werden.
HuFu 02.05.2019
5. Ja...
und wie nun weiter? Ist ja schön und gut? Was wird denn nun aktiv passieren? Autoverbot am WE? In der Woche nur noch Bahnpendler zur Arbeit? Die Demonstranten müssen laufen? Also, was ist der Sinn dahinter und WIE passiert nun genau WAS?
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