Kontakt mit 15-Jähriger CDU-Politiker tritt wegen Chat-Affäre zurück

Der niedersächsische CDU-Abgeordnete Frank Mindermann zieht die Konsequenzen aus seinem Facebook-Kontakt mit einer 15-Jährigen. Er legte sein Landtagsmandat am Freitag nieder.

CDU-Politiker Mindermann: Keinen Rückhalt mehr
DPA

CDU-Politiker Mindermann: Keinen Rückhalt mehr


Hannover - Zuerst hatte er angekündigt, nicht mehr für den Landtag kandidieren zu wollen, doch schon am Freitag gab er sein Mandat zurück: Der CDU-Politiker Frank Mindermann gehört wegen seines "unangemessenen" Kontaktes mit einer 15-Jährigen nicht mehr dem niedersächsischen Parlament an.

Er habe festgestellt, dass er in seiner Kreistagsfraktion keinen Rückhalt mehr habe, teilte Mindermann in Hannover mit. Deshalb könne er sein Amt als Landtagsabgeordneter "nicht mehr so wahrnehmen, wie es mein Anspruch wäre".

In dem Facebook-Chat mit der Minderjährigen hatte Mindermann laut CDU "unangemessene persönliche Fragen" gestellt. Unter anderem soll er gefragt haben, ob sie schon mal einen Freund hatte. Der 43-Jährige sagte am Freitag, dass er die Äußerungen in dem Chat "ohne jegliche Hintergedanken" geäußert habe.

"Wir begrüßen diese Entscheidung, Frank Mindermann folgt damit auch einem Wunsch der Fraktionsführung", sagte Fraktionschef Björn Thümler. Mindermann sei auch nach eigener Einschätzung dem Anspruch auf ein einwandfreies moralisches Verhalten nicht gerecht geworden.

Die Affäre war bekannt geworden, nachdem die Eltern des Mädchens der CDU-Fraktion einen mehrseitige Dokumentation der Kommunikation zwischen der 15-Jährigen und dem Abgeordneten aus Stuhr bei Bremen zugeschickt hatten.

Im vergangenen August musste bereits der schleswig-holsteinische CDU-Landeschef Christian von Boetticher wegen der Beziehung zu einer 16-Jährigen zurücktreten, die er auf Facebook kennengelernt hatte.

als/dapd/AFP

insgesamt 9 Beiträge
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Kuppelbauer 09.12.2011
1. Vom Teufel geritten
Was ist denn da los? Sind diese Leute noch richtig im Kopf? Welcher Teufel reitet solche, die sich nicht entblöden, öffentlich mit pubertierenden Mädchen über ihre (nunja) feuchten Probleme zu quatschen? Der Anspruch an Redlichkeit der Öffentlichen, den man mal hatte, wird immer mehr ad absurdum geführt. Die Welt ein Tollhaus, geführt von Obernarren, deren Potenz jedenfalls nicht auf geistigem Gebiet liegt!
mangeder 09.12.2011
2. Wertkonservative Christen der CDU...
...finden es also als besonders christlich und wertkonservativ, wenn 40-jährige 15-jährige Mädchen fragen "Wie war dein erstes Mal?" "Trägst du gerne Miniröcke?" ... Hallo?!? Ja klar, wenn diese Fragen keine sexuellen Bezug hatten, dann geht die CDU wohl davon aus, dass man kleine Mädchen nach dem ersten Mal fragt, weil man sich "rein medizinisch" für den Sex von 15-jährigen interessiert und nach dem Minirock fragt man auch nur, weil sich 40-jährige so sehr für "knappe Mädchen-Mode" interessieren...für wie blöd halten die uns? Aber Hauptsache, die Herren schwafeln in ihren Sonntagsreden immer wieder davon, wie wichtig Werte und Vorbilder sind. Das ganze noch dazu in einem faktisch offiziellen Vorstellungsgespräch des Mädchens zu einem Praktikum, also nutzt hier der potenielle Arbeitgeber seine Machtsituation gegenüber gegenüber einer Minderjährigen aus! Und dazu erdreistet sich die CDU auch noch frech zu erklären "Die Fragen waren harmlos und hatten keinen sexuellen Bezug" Scheinheilige, verlogene Bande!
kumi-ori 09.12.2011
3. Hilfe! Die Moralpolizei!
Ich bin ja weiß Gott kein Freund von Päderastie, aber die Frage, ob ein 15-jähriges Mädchen schon mal einen Freund hatte, ist ja nun alles andere als verfänglich. Ich kann dem Face-Book-Freundschafts-Gehabe nichts abgewinnen und finde solche Chats auch überflüssig, aber für ein ein freundschaftliches Gespräch über Grenzen, auch über Altersgrenzen hinweg, ist dieses Medium sicher das geeigneteste. Wenn hier nicht über schlüpfrigeres geplaudert wurde, als über den Beziehungsstatus, wüsste ich nichts daran auszusetzen.
Trondesson 09.12.2011
4. .
Zitat von mangeder...finden es also als besonders christlich und wertkonservativ, wenn 40-jährige 15-jährige Mädchen fragen "Wie war dein erstes Mal?" "Trägst du gerne Miniröcke?" ... Hallo?!? Ja klar, wenn diese Fragen keine sexuellen Bezug hatten, dann geht die CDU wohl davon aus, dass man kleine Mädchen nach dem ersten Mal fragt, weil man sich "rein medizinisch" für den Sex von 15-jährigen interessiert und nach dem Minirock fragt man auch nur, weil sich 40-jährige so sehr für "knappe Mädchen-Mode" interessieren...für wie blöd halten die uns? Aber Hauptsache, die Herren schwafeln in ihren Sonntagsreden immer wieder davon, wie wichtig Werte und Vorbilder sind. Das ganze noch dazu in einem faktisch offiziellen Vorstellungsgespräch des Mädchens zu einem Praktikum, also nutzt hier der potenielle Arbeitgeber seine Machtsituation gegenüber gegenüber einer Minderjährigen aus! Und dazu erdreistet sich die CDU auch noch frech zu erklären "Die Fragen waren harmlos und hatten keinen sexuellen Bezug" Scheinheilige, verlogene Bande!
Hm, wo haben Sie denn diese Fragen her? Aus dem SPON-Artikel offensichtlich nicht...
Stäffelesrutscher 09.12.2011
5.
Zitat von TrondessonHm, wo haben Sie denn diese Fragen her? Aus dem SPON-Artikel offensichtlich nicht...
Es gibt ja auch noch Boulevardblätter.
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