Kosovo Lafontaine räumt Fehler ein


München - Der ehemalige SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine sieht seine Zurückhaltung als Parteichef in der Diskussion um den Kosovo-Konflikt rückblickend als Fehler. "Ich mache mir heute den Vorwurf, daß ich den drohenden Krieg im Kosovo und die Alternativen nicht früh genug in der Partei thematisiert habe", sagte Lafontaine dem Nachrichtenmagazin"Focus". "Das war ein Fehler. Ich handelte aus falschverstandener Loyalität", fügte er ohne nähere Erläuterung hinzu.

Lafontaine war am 11. März zurückgetreten, 13 Tage vor Beginn der Nato-Luftangriffe gegen Jugoslawien. Gegenüber Vertrauten ließ er anschließend durchblicken, daß er den Kosovo-Krieg ablehnt.

Bei seinem Auftritt am 1. Mai in Saarbrücken wolle Lafontaine "ungeschminkt und hart zu Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik und zum Thema Bekämpfung der Arbeitslosigkeit" Stellung nehmen, berichtet das Magazin unter Berufung auf Freunde des früheren SPD-Chefs.



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