Friedrichshain-Kreuzberg Grüne verteidigen Ströbeles Wahlkreis

Friedrichshain-Kreuzberg bleibt die Hochburg der Grünen. Die Kandidatin Canan Bayram verteidigte als Nachfolgerin von Hans-Christian Ströbele knapp das Direktmandat in dem Berliner Wahlkreis.
Canan Bayram (im Hintergrund Hans-Christian Ströbele)

Canan Bayram (im Hintergrund Hans-Christian Ströbele)

Foto: DPA

Die Grünen haben bei der Bundestagswahl ihr Direktmandat im alternativen Berliner Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg erfolgreich verteidigt. Die Rechtsanwältin Canan Bayram landete nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit 26,3 Prozent der Erststimmen knapp vor Pascal Meiser von den Linken mit 24,9 Prozent.

Auf Platz drei kam mit 16,9 Prozent Cansel Kiziltepe (SPD). CDU-Kandidat Timur Husein holte 12,2 Prozent der Stimmen.

Das 78-jährige Grünen-Urgestein Hans-Christian Ströbele, der in allen vier Wahlen seit 2002 das bislang bundesweit einzige Direktmandat der Partei in dem Wahlkreis gewonnen hatte, war aus Altersgründen nicht mehr angetreten.

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Bei den Grünen gehört Bayram wie Ströbele zum linken Flügel. Auch deshalb habe es nicht für einen Platz auf der Landesliste gereicht, sagt Bayram. "Dafür bin ich zu laut und zu eigen." Ein mit der Hausbesetzerszene sympathisierendes Wahlplakat von Bayram sorgte im Landesverband derart für Zwist, dass die Bundesparteiführung vermittelnd einschritt.

Im Bundestag will Bayram bei ihren Kernanliegen bleiben. Dazu gehört auch, mehr Begegnungsstätten zu schaffen. Als türkischstämmige Westdeutsche mit Wohnsitz in Ostberlin ist Bayram überzeugt: Viele gesellschaftliche Konflikte rührten daher, dass die Menschen einander nicht mehr kennenlernten und deshalb in Schubladendenken verharrten. "Wir sind das Produkt unserer Erfahrungen."

Ströbele warnte seine Nachfolgerin bereits: "Man muss unheimlich viele Illusionen darüber, was man im Bundestag bewirken kann, wieder streichen."

als/AFP/dpa
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