Leere Lager bei der Bundeswehr Bundesregierung versammelt Industrie zum Munitionsgipfel

Seit Jahren schon leidet die Bundeswehr an Munitionsmangel, der Krieg in der Ukraine hat die Lage verschärft. Nun sollen alle Ressorts der Regierung helfen, die Produktion in Deutschland schnell zu steigern.
Munitionskontrolle bei der Bundeswehr (Foto von 2017)

Munitionskontrolle bei der Bundeswehr (Foto von 2017)

Foto: Stefan Puchner / dpa

Die Bundesregierung will mit einem konzertierten Ansatz die Produktion militärischer Munition hochfahren. Für kommenden Montag haben Jens Plötner, der außenpolitische Berater von Bundeskanzler Olaf Scholz, und Rüstungsstaatssekretär Benedikt Zimmer aus dem Verteidigungsministerium zu einem Gespräch mit wichtigen Vertretern der Rüstungsindustrie im Kanzleramt eingeladen. Über die Einladung hatten zuerst das digitale Medienhaus »Table Media« und die »Welt« berichtet.

Bei dem Treffen, so Regierungskreise, sollen Möglichkeiten ausgelotet werden, wie die verschiedenen Ressorts der Bundesregierung die Steigerung der Munitionsproduktion in Deutschland unterstützen können. Deswegen sind auch die verantwortlichen Staatssekretäre aus dem Wirtschaftsministerium und dem Auswärtigen Amt (AA) eingeladen. Zunächst soll es um eine Art Kassensturz gehen, woran es bei der Munitionsproduktion hakt und wie die Bundesregierung die Industrie unterstützen kann.

Derzeit erfüllt die Bundeswehr nicht einmal die Nato-Anforderungen

Die Bundeswehr leidet seit Jahren unter zu geringen Munitionsbeständen, derzeit kann die Truppe nicht einmal die Nato-Anforderungen einhalten. Diese sehen vor, dass Munition für 30 Gefechtstage vorhanden sein soll. Dass verschiedene Munitionstypen aus Bundeswehrbeständen an die Ukraine abgegeben wurden, verschärft die Lage. Die Ukraine braucht besonders dringend Artilleriegranaten für den Kampf gegen die russischen Invasoren und verschießt wesentlich mehr Granaten als zunächst angenommen.

Das Problem betrifft nicht nur Deutschland. Selbst die USA, die wesentlich größere Munitionsbestände als Deutschland vorhalten, kommen wegen der Lieferungen an die Ukraine laut Medienberichten mitunter an den Rand ihrer Möglichkeiten. Verteidigungsminister Lloyd Austin hatte dies schon mehrfach bei internationalen Runden zur Unterstützung der Ukraine angesprochen und alle Partner dringlich aufgefordert, ihre Produktion so schnell wie möglich hochzufahren.

In der Bundesregierung hofft man, dass eine konzertierte Aktion der verschiedenen Ressorts den Prozess zur schnellen Steigerung der Produktion in Deutschland beitragen kann. Denkbar sei zum Beispiel, neue Produktionsstätten durch das Wirtschaftsressort zu fördern. Das Außenministerium, so die Idee, könnte bei Schwierigkeiten bei der Einfuhr von speziellen Teilen oder Rohstoffen aus dem Ausland helfen. Im Kanzleramt und Wehrressort plant man, die Treffen mit der Industrie in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

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