Kritik an Bundeswehr-Einsatz Käßmann fordert Rückzug aus Afghanistan

"Dieser Krieg ist so nicht zu rechtfertigen": Bischöfin Margot Käßmann fordert einen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan. Der Kampf gegen Waffen- und Drogenhandel müsse aber weitergehen, sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".
Ratsvorsitzende Käßmann: Gespräche mit den Taliban wagen

Ratsvorsitzende Käßmann: Gespräche mit den Taliban wagen

Foto: Daniel Maurer/ AP

Margot Käßmann

Bundeswehr aus Afghanistan

Hannover - Die Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), , hat einen schnellen Abzug der gefordert. "Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen, deshalb muss die gewalttätige Auseinandersetzung möglichst rasch beendet werden", sagte Käßmann der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Sie fordere einen Rückzug der deutschen Soldaten "möglichst bald".

Einen Abzug der Militärseelsorger lehnte Hannovers Landesbischöfin aber ab, da die Geistlichen wichtige Seelsorger der Soldaten blieben. "Hier wird kein Krieg abgesegnet, sondern werden Menschen begleitet", sagte Käßmann.

Die EKD-Ratsvorsitzende kritisierte, es sei "zum Verzweifeln", dass im Afghanistan-Konflikt "wieder einmal das Militärische den Vorrang" vor allen anderen Mitteln bekommen habe. So müsse etwa der Waffen- und Drogenhandel, der den Terror finanziere, unterbrochen werden. Auch mit den Taliban müsse man Gespräche wagen.

Die 51-Jährige steht der evangelischen Kirche in Deutschland als Nachfolgerin von Bischof Wolfgang Huber seit Oktober 2009 vor. Sie ist die erste Frau an der Spitze der EKD.

jok/ddp