Kritik an Castor-Demo Grüner Kretschmann frustriert Atom-Gegner

Von den Protesten gegen den Castor-Transport hält Grünen-Politiker Winfried Kretschmann nicht viel - und verprellt damit die Anti-AKW-Demonstranten im Wendland. Sie sehen beunruhigende Parallelen zu einem Parteifreund des Ministerpräsidenten.

Grüner Ministerpräsident Kretschmann: Wenig Verständnis für Demos im Wendland
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Grüner Ministerpräsident Kretschmann: Wenig Verständnis für Demos im Wendland


Gorleben - In der Endlager-Politik gehen Atomkraftgegner auf Distanz zu Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. "Kretschmann macht den Trittin", erklärte am Donnerstag die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Der Grünen-Politiker hatte die Proteste gegen den Castor-Transport in Gorleben für verzichtbar erklärt.

Ähnlich wie sein Parteifreund Kretschmann, habe der damalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin nach seinem Amtsantritt Demonstrationen gegen Atommüll-Transporte als unnötig bezeichnet und Parteimitgliedern von der Teilnahme abgeraten.

Zuvor hatte die BI bereits dem niedersächsischen Grünen-Vorsitzenden Jan Haude eine unklare Haltung in der Frage über ein mögliches Endlager in Gorleben vorgeworfen. Haude habe Gorleben zwar als ungeeignet bezeichnet, sich aber nicht eindeutig gegen den Salzstock als weiterhin möglichen Endlagerstandort ausgesprochen.

Der 13. Castor-Transport ins Wendland nähert sich derzeit der Großstadt Metz in Ostfrankreich und wird am Mittag an der deutsch-französischen Grenze erwartet. Der Zug auf dem Weg nach Gorleben konnte nach anfänglich starken Protesten relativ störungsfrei die Nachtroute absolvieren. Er erreichte am frühen Morgen die ostfranzösische Region Lothringen.

Der Konvoi mit den radioaktiven Abfällen wurde dieses Mal von so heftigen Protesten französischer Aktivisten begleitet wie noch nie. Die Demonstranten beklagen "ausufernde Gewalt" der Polizeibeamten. So seien mehrere Personen mit Gummigeschossen verletzt worden und viele litten noch in der Nacht unter dem weit versprühten Tränengas.

jok/AP



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