Kritik an Schwarz-Gelb Geißler wäre gern Bundespräsident geworden

Er hätte sich das Amt zugetraut, aber es fragte ihn keiner: CDU-Veteran Heiner Geißler wäre gern als Bundespräsident ins Schloss Bellevue eingezogen. Stattdessen kritisiert der 80-jährige jetzt im "Playboy" die schwarz-gelbe Koalition.
Heiner Geißler: "Diese Koalition passt nicht in die heutige Zeit"

Heiner Geißler: "Diese Koalition passt nicht in die heutige Zeit"

Foto: dapd

Heiner Geißler

Amt des Bundespräsidenten

Christian Wulff

München - An Selbstbewusstsein hat es nie gemangelt. Und deshalb gab der frühere CDU-Generalsekretär jetzt zu Protokoll, dass er sich auch das zugetraut hätte. "Ich glaube, das hätte ich gekonnt", sagte der mittlerweile 80-Jährige dem Magazin. Aus der Politik habe sich aber niemand an ihn gewandt, bedauert Geißler in dem Interview. Er habe jedoch aus der Bevölkerung viele E-Mails bekommen von Leuten, die gesagt hätten: "Warum machst du es nicht?". Stattdessen zog ins Schloss Bellevue ein.

Jetzt watscht Geißler die schwarz-gelbe Koalition ab. "Dieses Sparpaket regt mich innerlich auf, es macht mich traurig. Vor allem, wenn ich sehe, dass meine Partei hier Opfer des Koalitionspartners war", sagte der frühere CDU-Spitzenpolitiker. "Wir stehen mit einem Bein, mit dem FDP-Bein, immer in der Vergangenheit, in der Zeit vor der Finanzkrise. Diese Koalition passt nicht in die heutige Zeit."

Auf die Frage nach einem Kompliment für FDP-Chef Guido Westerwelle antwortete Geißler: "Er kann gut reden. Aber er setzt diese Fähigkeit meistens für die falschen Zwecke ein."

als/ddp/AFP
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