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Ermittlungen beim Kommando Spezialkräfte Munition bei Bundeswehrgeheimoperation verschwunden

Die Bundeswehr ermittelt nach SPIEGEL-Informationen erneut in den Reihen der Elitetruppe Kommando Spezialkräfte. Ausgerechnet bei einem streng geheimen KSK-Einsatz im Ausland verschwanden Tausende Schuss Munition.
aus DER SPIEGEL 2/2021
Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (Archivfoto von 2017)

Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (Archivfoto von 2017)

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Kay Nietfeld / picture alliance

Die Bundeswehr ermittelt wegen verschwundener Munition erneut in den Reihen des Eliteverbands Kommando Spezialkräfte (KSK). Anlass ist nach SPIEGEL-Informationen eine Überprüfung Anfang November. Dabei fiel auf, dass in den Beständen einer geheimen Mission des Kommandos in der Sahel-Region knapp 1700 Schuss Munition fehlen.

Das Verteidigungsministerium mahnte nach der ersten Meldung des Verbands umgehend Aufklärung an. Bisher konnten jedoch weder das KSK noch das Einsatzführungskommando den Schwund erklären.

DER SPIEGEL 2/2021
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The New York Times / Redux / laif; Jon Cherry / Getty Images

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Eine kleine Gruppe des KSK ist seit Herbst 2018 unter strengster Geheimhaltung in der Sahel-Region stationiert. Bei der Operation »EL Grenze« sollen die Soldaten die Entführung des deutschen Entwicklungshelfers Jörg Lange aufklären und herausfinden, wo er gefangen gehalten wird. Lange, Mitarbeiter der privaten Hilfsorganisation Help, war am 11. April 2018 in der nigrisch-malischen Grenzregion verschleppt worden.

Derzeit wird vermutet, dass der afrikanische Arm der Terrorgruppe »Islamischer Staat« (IS) den 61-Jährigen in Mali festhält. Das KSK ist darauf spezialisiert, deutsche Staatsbürger im Ausland aus Entführungslagen zu befreien. Bisher allerdings führte das Kommando noch nie eine solche gewaltsame Befreiung durch.

Die Unregelmäßigkeiten in den Munitionsbeständen war im Zug der grundsätzlichen Durchleuchtung des KSK aufgefallen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte im Frühjahr angeordnet, alle KSK-Aktivitäten zu überprüfen, weil in dem Verband mehrere mutmaßlich rechtsextreme Soldaten enttarnt worden waren. Dabei waren auch Schlampereien bei der Verwahrung von Munition aufgefallen.

Die Bundeswehr wollte die neuen Ermittlungen gegenüber dem SPIEGEL nicht kommentieren, da die Operation »EL Grenze« als geheim eingestuft ist. Die Abkürzung im Operationsnamen steht für Entführungslage.

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