Schlappe im ersten Wahlgang Berliner Grüne piesacken Künast

Im ersten Wahlgang kam sie nur auf 48 Prozent: Renate Künast musste bei der Wahl zum Berliner Landes-Parteirat der Grünen nachsitzen, weil sie das nötige Quorum verpasste. "Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe", sagte die Fraktionschefin der Partei im Bundestag nach diesem Denkzettel.
Renate Künast auf dem Landesparteitag in Berlin: "Ich habe verstanden"

Renate Künast auf dem Landesparteitag in Berlin: "Ich habe verstanden"

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Berlin - Die Niederlage habe sie fast geahnt, sagte Renate Künast hinterher: Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag hat von ihrem Berliner Landesverband einen Denkzettel verpasst bekommen. Bei der Wahl zu den Frauenplätzen des Landes-Parteirats verpasste sie mit 48,3 Prozent der Stimmen das notwendige Quorum von 50 Prozent.

"Ich glaube, ich habe verstanden", sagte Künast. "Das war eine Botschaft für Dinge, die im Wahlkampf falsch gelaufen sind. Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe. Ich will das ehrlich aufarbeiten."

Bei der Berlin-Wahl im vergangenen Jahr war Künast als Spitzenkandidatin mit großen Zielen angetreten. Doch statt SPD-Bürgermeister Klaus Wowereit aus dem Amt zu jagen, musste sie sich hinter den Sozialdemokraten und der CDU mit Platz drei zufriedengeben.

Nun zog sie erst bei der Wahl für einen offenen Platz, für den Männer und Frauen kandidieren können, mit 76,5 Prozent der Stimmen in den Berliner Parteirat ein.

Künast steht wegen des schlechten Abschneidens bei der Berlin-Wahl und der mangelnden Aufarbeitung parteiintern in der Kritik. Der Berliner Parteirat besteht aus 21 Mitgliedern. Er setzt sich zusammen aus fünf gesetzten Plätzen sowie aus acht Frauenplätzen und acht offenen Plätzen.

Ihre erneute Kandidatur nach der Schlappe im ersten Wahlgang begründete Künast damit, dass sie in dem neu geschaffenen Beratungsgremium mitmachen wolle. Da könne man gemeinsam Fehler aufarbeiten und neue Strategien für die Zukunft entwerfen. "Ich möchte das gerne tun in einem Landesverband, der mir am Herzen liegt", so Künast.

Die Grünen streiten derzeit auf Bundesebene über die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2013. Wenn sich mehr als zwei Kandidaten melden, soll eine Urwahl entscheiden. Künast hat bisher offen gelassen, ob sie sich bewerben wird.

hut/dpa/dapd
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