Kuhn und Künast Kandidatur noch nicht ausgeschlossen


Karlsruhe - Trotz des Scheiterns eines Teils der Parteireform halten sich die Grünen-Politiker Renate Künast und Fritz Kuhn eine Kandidatur für die Doppelspitze im Vorsitz der Bundespartei zunächst offen. Auf dem Bundesparteitag in Karlsruhe erklärten beide am späten Samstagabend, für ihre Entscheidung wollten sie sich einige Tage Zeit nehmen. Zunächst sei das Ergebnis der Abstimmung über die Lockerung der Trennung von Amt und Mandat für die Parteispitze zu bewerten. Nach dem Scheitern des Reformplans müssten beide für den Parteivorsitz entgegen ihrer bisherigen Absicht ihre Landtagsmandate aufgeben.

Das Vorhaben, die Parteispitze auch für Abgeordnete zu öffnen, hatte auf dem Parteitag nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten. Nur etwa 60 Prozent der etwa 750 Delegierten stimmten zu. Künast, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus, sagte, dies sei ein "beachtliches Ergebnis", das man zunächst bewerten müsse. "Das tue ich jetzt. Ich denke nach."

Auf die Frage, ob sie ihr Mandat für den Parteivorsitz aufgeben würde, sagte sie, sie werde sich mit Freunden beraten. Für die Partei sei es extrem wichtig, eine gute Führung zu haben: "Es sind einige Tage des Nachdenkens angesagt."

Der Vorsitzende der Grünen im baden-württembergischen Landtag, Kuhn, sagte, er müsse "in Ruhe überlegen". Immerhin rund 60 Prozent der Delegierten hätten eine Veränderung gewollt. Er müsse sich erst einmal Gedanken darüber, was das für eine mögliche Kandidatur für den Parteivorsitz bedeute.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.