Kujat Mazedonien-Einsatz überhaupt kein Problem

Der Generalinspekteur der Bundeswehr rudert zurück. Noch vor einer guten Woche hatte Harald Kujat vor einem Engagement der Bundeswehr in Mazedonien gewarnt - jetzt wirbt er nachdrücklich dafür.


Harald Kujat bei Truppenbesuch
DPA

Harald Kujat bei Truppenbesuch

Geltow - Kujat hofft dabei auf parteiübergreifende Zustimmung. Wenn es möglich wäre, in dem Balkan-Land die Waffen der albanischen Rebellen einzusammeln, würde dies den jetzt bestehenden Waffenstillstand verlängern, sagte Kujat am Montag in Geltow bei Potsdam.

Damit könnte politischer Spielraum gewonnen werden. "Diese Chance darf man nicht verpassen." Eine Grundvoraussetzung sei allerdings die Bereitschaft der Rebellen, ihre Waffen freiwillig abzuliefern. Im Streit von zwischen Regierung und Opposition über den Mazedonien-Einsatz hofft Kujat noch auf eine Einigung. Eine solche Mission müsse die Bevölkerung mittragen, was durch einen Bundestagsbeschluss deutlich würde. "Die Bundeswehr ist keine Parteienarmee, sondern sie ist quasi eine Parlamentsarmee."

Die Entsendung von zwei bis drei Kompanien nach Mazedonien bereitet Kujat zufolge keine Schwierigkeiten. "Das ist ein Beitrag, den wir ohne Zweifel leisten können." Auch ein Zeitraum über die veranschlagten 30 Tage hinaus wäre kein Problem. Einen solchen Einsatz in Frage zu stellen, sei "einfach lächerlich".

Kujat war sichtlich bemüht, eigene Äußerungen gerade zu rücken, wonach die Truppe weder personell noch materiell einen nochmaligen Einsatz wie im Kosovo durchhalten würde. In einem Zeitungsinterview war er mit den Worten zitiert worden, die Bundeswehr gehe "materiell auf dem Zahnfleisch".



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