Kurden-Organisation Bundesweite Razzia gegen PKK-Nachfolger

Die Polizei ist mit einer bundesweiten Durchsuchungsaktion gegen Mitglieder der verbotenen Kurden-Organisation Kongra-Gel vorgegangen. Bei der Razzia wurden mehrere Wohnungen und Betriebe überprüft, ein Mann wurde verhaftet.


München - 186 Beamte durchsuchten in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen 28 Wohnungen und Gewerbebetriebe. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft München war der Schwerpunkt der Razzia mit 23 Objekten im Großraum der bayerischen Landeshauptstadt. In Baden-Württemberg wurden zwei und in Köln drei Wohnungen durchsucht.

22 Beschuldigten werde vorgeworfen, seit mindestens April 2006 die Organisation Volkskongress Kurdistan (Kongra-Gel) nicht nur ideologisch, sondern auch finanziell durch das Einsammeln und Weiterleiten von Spenden in die Türkei unterstützt zu haben. Gegen einen 69 Jahre alten Mann wurde ein Haftbefehl erlassen, weil er der Führungsriege der verbotenen Vereinigung angehören soll.

Die Beamten stellten bei der Razzia zahlreiche Handys, Computer und Laptops, Bücher, Video- und Tonbandkassetten mit Propagandamaterial, Bargeldbeträge in vierstelliger Höhe, kleine Mengen Betäubungsmittel, eine Schreckschusswaffe, eine verbotene Schlagwaffe, zwei Pässe wegen des Verdachts der Urkundenfälschung sowie Spendenlisten sicher. Auch professionelles Einbruchswerkzeug sei gefunden worden, hieß es.

Der Volkskongress Kurdistan gilt den Angaben zufolge als Nachfolgeorganisation der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und befindet sich auf der sogenannten EU-Terrorliste. Kongra-Gel kämpfe auch mit massiver Waffengewalt und Anschlägen für einen selbstständigen kurdischen Staat. 2007 habe es bereits neun Brandanschläge gegen türkische Einrichtungen in Deutschland gegeben, mit denen die Kongra-Gel oder ihre Jugendorganisationen in Verbindung gebracht würden.

ler/ddp



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