Kurt Beck im Liveticker "Ich bin wieder fit, nur nicht so laut"

Zwei Wochen lang hat er geschwiegen, nun äußert sich SPD-Chef Kurt Beck zum ersten Mal nach seiner Viruserkrankung wieder öffentlich. Linksdebakel in Hessen, Kanzlerkandidatur, die Partei in der Krise - verfolgen Sie Becks Auftritt im SPIEGEL-ONLINE-Liveticker.


+++ Post von Franz Müntefering +++

[14.32 Uhr] Zu den Gerüchten um eine mögliche Rückkehr seines Vorgängers Franz Müntefering sagte Beck nichts Konkretes. Gesprochen habe er mit Müntefering nicht in der vergangenen Tagen, wohl aber habe er Post von ihm bekommen. "Er hat mir persönliche Positionen schriftlich übermittelt, und die sind in meine Überlegungen mit eingeflossen", berichtete Beck.

+++ Neuer Kopf oder neue Wand? +++

[14.27 Uhr] Zu Becks Äußerung, die SPD wolle nicht zweimal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand rennen, kommt die Frage, ob er sich denn dann einen neuen Kopf oder eine neue Wand suchen wolle. Beck lachte und sagte, er hoffe, dass sich starre Wände mit der Zeit auflösten. "Die Politik ist kein statisches Geschäft, sondern ein dynamisches." Nach Einhaltung "gewisser Schamfristen" hoffe er für Hessen etwa darauf, dass die FDP sich für neue Koalitionen öffne.

+++ "Eine Reise nach links hat es nie gegeben" +++

[14.21 Uhr] "Bei den Hartz-IV-Gesetzen wird es weitere Reformen geben", kündigte Kurt Beck an. "Eine Reise nach links hat es nie gegeben, wir spielen auf der ganzen Breite des Spielfeldes."

+++ Harmonie in der Parteispitze - "kein Zerwürfnis" +++

[14.15 Uhr] Berichte über Absprachen zwischen seinen Stellvertretern Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück sowie Brandenburgs SPD-Ministerpräsident Matthias Platzeck, eine Kanzlerkandidatur Becks zu verhindern, dementierte Beck. "Ein solches Zerwürfnis gibt es nicht."

+++ "Sie können davon ausgehen: Ich lenke" +++

[14.08 Uhr] "Es ist nicht nur wichtig, dass man fest im Sattel sitzt, sondern auch, dass man das Pferd in die richtige Richtung lenkt" - Führungsschwäche mag Kurt Beck nicht eingestehen, im Gegenteil: "Sie können davon ausgehen: Ich lenke."

+++ Die K-Frage - Antwort erst im Herbst +++

[14.03 Uhr] Die Frage über eine mögliche Kanzlerkandidatur werde im Herbst dieses Jahres oder spätestens Anfang kommenden Jahres geklärt. Kritik an seiner Person in Bezug auf dieses Thema ließ Beck nicht gelten. "Aber ich werde dazu meine Stimme intern erheben", kündigte er an.

+++ "Ich habe keinen Grund zur Kritik an der hessischen SPD" +++

[14.01 Uhr] Ich habe keinen Grund zur Kritik an der hessischen SPD", sagte Beck. "Ich bin sicher, dass die hessische SPD sich verantwortungsvoll verhält." Und: "Es gibt keinerlei Druck auf irgendjemanden."

+++ "Ich kann nicht erkennen, dass ich mein Wort gebrochen habe" +++

[13.57 Uhr] Zum Vorwurf des Wortbruchs: "Ich kann nicht erkennen, dass ich mein Wort gebrochen habe." Er räumte "ein gewisses Maß an Kritik" ein. Er sehe seine Partei aber nicht in einer rückwärtsgewandten Position, sondern in einer "fordernden".

+++ Bahnreform soll Chefsache werden +++

[13.55 Uhr] SPD-Chef Kurt Beck will die geplante Bahnreform zur Chefsache machen. Er werde eine Arbeitsgruppe der SPD zu diesem Thema in den entscheidenden Phasen selbst leiten. Diese solle "zügig Vorschläge" erarbeiten, sagte Beck.

Wichtige Ziele seien, dass es zu keiner Zerschlagung der Bahn komme, ein integrierter Konzern erhalten bleibe und kein privater Investor Zutritt zur Infrastruktur erhalte. Auch müsse der Schienennahverkehr verbessert und die Bahn leiser und energieeffizienter werden.

+++ Die Macht der Landesgremien +++

[13.52 Uhr] Auf die Frage, ob den Wählern künftig vor den Wahlen gesagt werde, mit wem die SPD koalieren wolle, antwortete Beck ausweichend. "Die Entscheidung darüber wird in den Landesgremien getroffen", sagte der SPD-Vorsitzende. "Aber die Linkspartei bleibt eine gegnerische Partei wie die CDU oder die FDP."

Ob er die Glaubwürdigkeit seiner Partei in Gefahr sehe? "Parteien müssen sich auf neue Entwicklungen einstellen", sagte Beck. Das habe nichts mit Glaubwürdigkeit zu tun, "sonst würden wir uns ja lähmen".

+++ "Nicht zweimal mit gleichen Kopf gegen die gleiche Wand" +++

[13.48 Uhr] Die Entscheidung der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti, nun doch nicht zur Wahl der Ministerpräsidentin anzutreten, respektiere er. "Wir können nicht zweimal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand rennen", sagte Beck. Für seine rot-rot-grünen Planspiele vor der Hamburger Bürgerschaftswahl entschuldigte er sich erneut. "Wenn ich zu Irritationen beigetragen habe, bedauere ich dies", erklärte Beck. Die Interpretation seiner Äußerungen hätten zu einem "Galopp in den Abläufen" geführt, den er nicht beabsichtigt habe. Doch auch jeder andere Einstieg in die Debatte "hätte kaum zu weniger Eruptionen geführt". Im Grundsatz bleibe er aber bei seinen Überlegungen.

+++ "Wir setzen bundespolitisch auf Rot-Grün" +++

[13.45 Uhr] Zu den vorstellbaren Koalitionen auf Bundesebene sagte Beck: "Wir setzen auf Rot-Grün, können uns aber auch Rot-Grün-Gelb vorstellen." Eine Große Koalition halte er, wenn das Wahlergebnis nichts anderes zulasse, ebenfalls für denkbar.

+++ "Ich habe nichts gegen schwarz-grüne Verhandlungen" +++

[13.41 Uhr] "Unsere politischen Inhalte sind für uns maßgebend, eine Angleichung an andere wird es nicht geben", betonte der Parteichef. Kompromissbereitschaft zur Zusammenarbeit allerdings sei unabdingbar. "Gegen schwarz-grüne Verhandlungen habe ich prinzipiell gar nichts einzuwenden", sagte Beck. Er sei immer gegen Lagerbildung gewesen. "Wir lassen uns nicht einmauern, was unser personalpolitisches Verhalten angeht."

+++ 88 Prozent bei n-tv-Umfrage gegen Kanzlerkandidat Beck +++

[13.37 Uhr] Der Nachrichtensender n-tv blendet eine Telefonabstimmung zu der Frage ein, ob sich die Deutschen Kurt Beck als Kanzlerkandidat für die SPD wünschen. 88 Prozent stimmen mit "Nein". Über die Anzahl der Teilnehmer gibt es allerdings keine Angaben.

+++ "Wir stellen uns auf eine langfristige Auseinandersetzung ein" +++

[13.35 Uhr] ""Wir stellen uns auf eine langfristige Auseinandersetzung ein", sagte Beck zum Umgang mit der Linkspartei. Die Linke weise unüberbrückbare Differenzen in den Bereichen Außen-, Sicherheits-, Finanz- und Wirtschaftspolitik auf. Dort würden die Lasten nur zu Lasten späterer Generationen verschoben. "Das ist unverantwortlich."

+++ "Die Linkspartei ist eine gegnerische Partei" +++

[13.33 Uhr] "Die Linkspartei ist eine gegnerische Partei", sagte Beck. "Ich verstehe nicht, warum die inhaltliche Auseinandersetzung als Hinwendung zur Linkspartei gedeutet worden ist."

+++ "Ich bin wieder an Deck" +++

[13.30 Uhr] Nach zweiwöchiger Krankheit spricht Kurt Beck zum ersten Mal wieder öffentlich. "Ich bin wieder an Deck", sagte er. Sein Arzt habe ihm zwar geraten, sich noch zu schonen, aber er habe sich den Auftritt nicht nehmen lassen wollen. "Ich bin wieder fit, nur nicht so laut."

+++ Kurt Beck trifft in der Bundespressekonferenz ein +++

[13.28 Uhr] SPD-Chef Kurt Beck tritt auf die Bühne der Bundespressekonferenz. Dutzende Kamerateams und Fotografen drängen an den Tisch.

ffr

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