Die Linke Lafontaine verzichtet auf Bundestagskandidatur

Oskar Lafontaine tritt nicht zur Bundestagswahl an. Der frühere Partei- und Fraktionschef der Linken hat überraschend angekündigt, nicht für eine erneute Kandidatur als Abgeordneter bereitzustehen.
Linken-Politiker Oskar Lafontaine (mit Gregor Gysi, links): Mehr als 20 Jahre in der Bundespolitik aktiv

Linken-Politiker Oskar Lafontaine (mit Gregor Gysi, links): Mehr als 20 Jahre in der Bundespolitik aktiv

Foto: Bernd Von Jutrczenka/ dpa

Saarbrücken - Lange war über Oskar Lafontaines Comeback in die Bundespolitik gerätselt worden. Nun hat der saarländischen Linken-Politiker klargestellt: Er wird sich bei der Wahl am 22. September nicht wieder für ein Bundestagsmandat bewerben. Das sagte Lafontaine am Montag in Saarbrücken.

In den vergangenen Wochen hatten Teile der Linken Lafontaine zur Rückkehr in die Bundespolitik aufgefordert. Sie versprachen sich davon bessere Wahlchancen vor allem im Westen der Bundesrepublik. Nach Informationen des SPIEGEL verhandelte der frühere Partei- und Fraktionschef in den vergangenen Wochen mit den saarländischen Kreisvorsitzenden über seine mögliche Kandidatur für den Bundestag.

Lafontaine war mehr als 20 Jahre in der Bundespolitik aktiv - zunächst für die SPD, dann für die von ihm mitgegründete Linke. Er hatte sich Ende 2009 aus privaten Gründen aus der Bundespolitik zurückgezogen und danach die saarländische Linksfraktion angeführt. Vergangenes Jahr wollte er sich erneut um den Bundesvorsitz bewerben, zog aber kurz vor dem Parteitag nach einem Machtkampf mit dem früheren Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch seine Kandidatur zurück. Auf dem Parteitag kam es dann zum öffentlichen Zerwürfnis mit Fraktionschef Gregor Gysi. Lafontaine hatte zuvor von Gysi verlangt, Sahra Wagenknecht, Lafontaines Lebensgefährtin, zur gleichberechtigten Fraktionschefin zu machen.

Parteiintern war Lafontaines erneutes Kokettieren mit einem Comeback auch als Drohgebärde gegenüber Fraktionschef Gysi gedeutet worden, der sich bisher einem weiteren Aufstieg von Wagenknecht entgegenstellt. Der Bundesvorstand der Linken hatte sein Spitzenteam aus acht Genossen für den Bundestagswahlkampf bereits im Januar vorgestellt. Dazu gehören Gysi, Wagenknecht, Bartsch und auch der Ex-Vorsitzende Klaus Ernst. Lafontaine wird somit nicht dazugehören.

kgp/AFP
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