Linkspartei Lafontaine plant Kandidatur für Parteivorsitz

Er will es noch mal wissen. Ex-Parteichef Oskar Lafontaine plant laut ARD, erneut für die Spitze der Linken zu kandidieren. Aber er macht es noch ein bisschen spannend: Er will seine Rückkehr an Bedingungen knüpfen - an welche genau, gibt er noch nicht bekannt.

dapd

Berlin/Hamburg - Oskar Oskar Lafontaine bereitet dem langen Gezerre um seine politische Zukunft ein Ende. Wie die ARD mit Bezug auf Parteikreise berichtet, hat sich der frühere Parteichef der Linken offenbar bereit erklärt, an die Spitze der Partei zurückzukehren.

Nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen wollen sich die Landesvorsitzenden der Linkspartei am Montag in Berlin treffen, um die Weichen für eine neue Doppelspitze zu stellen. Bislang hatte nur Fraktionsvize Dietmar Bartsch angekündigt, für den Vorsitz zu kandidieren. Lafontaines Entscheidung, ob auch er zur Wahl antreten wolle, war in diesen Tagen erwartet worden.

Allerdings wolle Lafontaine laut ARD nicht um jeden Preis kandidieren. An welche Bedingungen er seine Rückkehr an die Parteispitze knüpft, sei hingegen noch nicht bekannt.

Gesine Lötzsch war vor wenigen Wochen aus privaten Gründen vom Vorsitz zurückgetreten. Derzeit amtiert ihr Co-Chef Klaus Ernst alleine. Sahra Wagenknecht hatte im SPIEGEL-ONLINE-Interview ausgeschlossen, dass sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Oskar Lafontaine die Partei führen könnte: "Das wird es nicht geben." Die neue Spitze soll auf dem Parteitag am 2. und 3. Juni in Göttingen gewählt werden.

Nach SPIEGEL-Informationen ist im Ostteil der Partei der Unmut über Lafontaines monatelanges Taktieren gewachsen, der Konflikt droht die Partei wieder in Ost und West zu spalten. Er habe "das Spiel überreizt und der Partei geschadet", hieß es aus Vorstandskreisen.

bos/dapd

insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kuschl 14.05.2012
1. Der Einäugige
Zitat von sysopdapdEr will es noch mal wissen. Ex-Parteichef Oskar Lafontaine plant laut ARD, erneut für die Spitze der Linken zu kandidieren. Aber er macht es noch ein bisschen spannend: Er will seine Rückkehr an Bedingungen knüpfen - an welche genau, gibt er noch nicht bekannt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,832960,00.html
Unter den blinden Linken ist eben der Einäugige König. Ich frage mich nur, wann diese politische Ballerina nach der Wahl wieder hinschmeißt. Kann er nicht seine doch bestimmt üppige Altersversorgung genießen und die Menschen im Lande mit der Wiederwahl verschonen?
Demokrator2007 14.05.2012
2. Beschäftigt mit sich selbst
Ich verstehe es nicht, oder vielleicht ja doch. Die NRW-Wahlnachlese bei Jauch brachte es irgendwie an den Tag. Alle Parteien beschäftigen sich hauptsächlich mit sich selbst. Zustande kommt da nur noch was, wenn die Basis ackert, während die Spitze vor sich hin träumt oder fantasiert. Wahlen werden wohl auch nicht mehr von CDU,SPD, Grünen,FDP und noch seltener Linken gewonnen,bzw. verloren sondern von: Röttgen, Kraft,Löhrmann, Lindner, oder Schwabedissen. Erschreckend das es wohl auch mit Hilfe der Medien gelungen ist, echte linke Politik in die gleiche Extremismus-Ecke zu stellen wie die von Neonazis ala NSU. Dabei ist die Gefährlichkeit der Rechtsextremisten nicht nur durch die Mordserie der Jenaer Terrorzelle um Zschäpe,Mundlos und Böhnhardt, die weltweit traurige Berühmtheit erlangte, bewiesen, während der Linksextremismus der nichts mit der Partei "Die Linken" zu tun hat, bewußt überspitzt wird. Besonders auf dem Gebiet der "alten Bundesrepublik" werden rechtsextreme Taten bis heute verharmlost und heruntergespielt.
cwoller 14.05.2012
3.
Zitat von sysopdapdEr will es noch mal wissen. Ex-Parteichef Oskar Lafontaine plant laut ARD, erneut für die Spitze der Linken zu kandidieren. Aber er macht es noch ein bisschen spannend: Er will seine Rückkehr an Bedingungen knüpfen - an welche genau, gibt er noch nicht bekannt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,832960,00.html
Ziemlich egal, wer die Partei führt, solange sie bei den Fakten bleiben wie bisher. Und die Masse des Volkes wird die Linke eh erst dann wählen, wenn sie genau das begreift, dass die Partei schlichtweg die Fakten nennt und das seit Jahren. Das Erwachen kommt noch, die Frage ist, ob noch rechtzeitig und ob man die BRD dann noch retten kann oder einen neuen Staat aufbauen muss. Man wird sehen. Bin erstmal gespannt, welche Auswirkung Frankreich und vor allem Griechenland auf Deutschlands Irrsinn haben wird. Gerade in Griechenland scheintn sich ja endlich mal Leute durchzusetzen, die dieses Kollapssystem nicht mehr mitmachen wollen und in Spanien, Italien, Portugal wird es dann auch nicht mehr lange dauern, wenn erstmal dieses Beispiel steht. Doch selbst wenn nicht: Es ist ein Kollapssystem und der Kollaps wird kommen. Vermögensakkumulation scheitert IMMER, seit Jahrtausenden, ganz egal wie man es nannte.
MrStoneStupid 14.05.2012
4. Wird Oskar Lafontaine es schaffen?
Die Linke ist derzeit auf Talfahrt. Wird Oskar Lafontaine was reißen können oder wird er überschätzt? Vielleicht bringt es eine Mischung aus Pragmatismus und fröhliche, positive Propaganda: also einerseits nur vernünftige Kernpunkte aber andererseits stimmungsvolle Propaganda (Lob der Arbeiter und des Proletariats, das zieht sicher). Ich bin durchaus dafür, dass die Linke die 5% Hürde bei der nächsten Bundestagswahl überspringt ... weil dann eine große Koalition wahrscheinlicher wird. (imho)
roostercockburn 14.05.2012
5. Morituri te salutant
Ob mit oder ohne Oskar, die Linke ist auf dem Weg in die bundespolitische Bedeutungslosigkeit. In Düsseldorf konnte es selbst die neue Hoffnungsträgerin nicht richten. Nun findet der Untergang eben mit dem lieben Führer statt. Das macht die Sache nur nachhaltiger.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.