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Zwischenfall in Landshut Frau attackiert Grünenpolitikerin Roth auf Mittelalterfest mit unbekannter Flüssigkeit

Angriffe auf Politikerinnen und Politiker nehmen seit Jahren zu. Nun konnte sich eine Frau auf einem Festival an die Kulturstaatsministerin Claudia Roth heranschleichen und sie mit einer Flüssigkeit überschütten.
Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne): Angriff auf die Ehrengästin

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne): Angriff auf die Ehrengästin

Foto: Carsten Koall / dpa

Die Kulturstaatsministerin Claudia Roth ist in Landshut auf einem Festival von einer Frau attackiert worden. Die Angreiferin hat der Grünenpolitikerin bei dem mittelalterlichen Historienspektakel »Landshuter Hochzeit 1475« nach Polizeiangaben eine unbekannte Flüssigkeit über den Kopf geschüttet. Roth wurde dabei jedoch nicht verletzt, wie die Polizei heute mitteilte. Sie ermittelt nun wegen Beleidigung.

Die Täterin sei nach der Attacke am Sonntagnachmittag unerkannt in der Zuschauermenge verschwunden. Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unbekannt. Derzeit werden Zeugenaussagen ausgewertet.

Mit welcher Flüssigkeit die Frau Roth auf der Ehrentribüne in der Landshuter Altstadt übergoss, war zunächst unklar. Womöglich sei es Wasser gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Roth habe nach dem Vorfall relativ schnell die Veranstaltung verlassen.

Die 68-Jährige gehörte wie etwa Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zu den Ehrengästen des Festspiels, das Zehntausende Besucher verfolgten.

Starke Zunahme von Angriffen auf Politikerinnen und Politiker

Bei dem mittelalterlichen Historienspektakel wird die Vermählung der polnischen Prinzessin Hedwig mit Herzog Georg dem Reichen von Bayern-Landshut nachempfunden. Die »Landshuter Hochzeit 1475« ist 2018 in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Unesco-Kulturerbes aufgenommen worden.

Bedrohungen und Angriffe auf Politikerinnen und Politiker nehmen immer weiter zu. Viele Amts- und Mandatsträger geraten zunehmend ins Visier rechtsextremer Anfeindungen. Die Coronapandemie hat das nach Angaben des Innenministeriums verstärkt. Demnach habe sich die Zahl der erfassten politisch motivierten Straftaten gegen Kommunalpolitikerinnen und -politiker in den vergangenen Jahren mehr als verdreifacht. Es handle sich längst nicht mehr um Einzelfälle, sondern um ein bundesweites Problem in allen Regionen und in allen Stadt- und Gemeindegrößen.

Allein rund 60 Prozent der Kommunalpolitikerinnen und -politiker in deutschen Großstädten erleben laut einer Studie der Heinrich-Böll-Stiftung vom vergangenen Jahr  bei der Ausübung ihres Amts Anfeindungen und Aggressionen.

mrc/dpa

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