Landtagswahl in Bayern Seehofer sauer über Kampagne der Landes-SPD

Die SPD-Website drehhofer.de stellt Bayerns Ministerpräsidenten als Wendehals dar. Seehofer zeigt sich verärgert: Die Opposition verbreite Unwahrheiten und führe einen schmutzigen Wahlkampf.

Ministerpräsident Seehofer (Archivbild): Kampagne sei "gespickt mit Unwahrheiten"
dapd

Ministerpräsident Seehofer (Archivbild): Kampagne sei "gespickt mit Unwahrheiten"


München - Kaum steht der Termin für die Landtagswahl fest, da gibt es auch schon Beschwerden über die Wahlkampfmethoden in Bayern. Sieben Monate vor der Stimmabgabe zeigt sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer verärgert über die SPD. Wenn der SPD-Spitzenkandidat Christian Ude "keinen schmutzigen Wahlkampf will, dann muss er seine Leute zurückpfeifen", sagte Seehofer der "Passauer Neuen Presse".

Für Unmut sorgt bei der CSU vor allem die von der SPD ins Leben gerufene Internetseite drehhofer.de, auf der die aus ihrer Sicht zahlreichen politischen Wenden des Ministerpräsidenten persifliert werden. Seehofer sei "wie ein Fähnchen im Wind" - und das dokumentiert die Landes-SPD unter anderem an der Kehrtwende der CSU in Sachen Studiengebühren sowie den neuen Vorgaben zum Donau-Ausbau. Die SPD unterstellt Seehofer, "aus Angst vor den Wählern" eine Kehrtwende vollzogen zu haben.

Seehofer wift der SPD vor, die gegen ihn gefahrene Kampagne sei "gespickt mit Unwahrheiten". So stellte er zum Donau-Ausbau klar, dass die CSU zwar ursprünglich für den Ausbau mit Staustufe und Kanal votierte, eine endgültige Entscheidung aber von einer Studie über die Ausbauvarianten abhängig gemacht habe. Vor dem Hintergrund habe sich die CSU schließlich für den sanften Ausbau entschieden, betonte Seehofer. Der SPD attestierte Seehofer, "keinerlei inhaltliche Ideen" und Visionen für Bayern zu haben.

Bewirkt hat die Website gegen Seehofer den Wahlprognosen zufolge zumindest bisher nichts: Die CSU darf weiter auf die Rückkehr zur absoluten Mehrheit in Bayern hoffen. In der am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag der bayerischen Grünen liegt die CSU aktuell bei 46 Prozent. Die drei Oppositionsparteien aus SPD, Grünen und Freien Wählern kommen zusammen auf 42 Prozent. Die FDP wäre mit drei Prozent nicht mehr im Landtag vertreten. Auch die Piraten (drei Prozent) und die Linke (zwei Prozent) würden den Einzug verpassen. Für die Umfrage hatte Infratest dimap im Auftrag der Grünen zwischen dem 28. Januar und dem 6. Februar 1001 Wahlberechtigte befragt.

sun/AFP/dpa

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kahabe 12.02.2013
1. Wohnsitzverlegung
Um CSU abwählen zu können. Schade, dass eine Woche später BT-Wahlen sind. Und mir der hiesige örtliche Kandidat wichtiger ist. Also strengt Euch an, Ihr Franken und Schwaben...
gersco 12.02.2013
2. Die Drohung eines
erstaunt doch niemanden. Schließlich hat die CSU doch das Copyright dafür...
sappelkopp 12.02.2013
3. Na, ist doch der Job der SPD...
Zitat von sysopdapdDie SPD-Website drehhofer.de stellt Bayerns Ministerpräsidenten als Wendehals dar. Seehofer zeigt sich verärgert: Die Opposition verbreite Unwahrheiten und führe einen schmutzigen Wahlkampf. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/landtagswahl-in-bayern-seehofer-aergert-sich-ueber-website-der-spd-a-883016.html
...den Seehofer zu verärgern. Und was die Seite angeht, kann da nichts Schmutziges entdecken, dazu muss man wohl CSU-Mitglied sein...
gersco 12.02.2013
4. zu 2.
Es muß heißen und wurde eigentlich auch so geschrieben: " Die Drohung eines schmutzigen Wahlkampfs erstaunt doch niemanden. Schließlich hat die CSU doch das Copyright dafür."
kugelsicher99, 12.02.2013
5. Real Satire
Zitat von sysopdapdDie SPD-Website drehhofer.de stellt Bayerns Ministerpräsidenten als Wendehals dar. Seehofer zeigt sich verärgert: Die Opposition verbreite Unwahrheiten und führe einen schmutzigen Wahlkampf. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/landtagswahl-in-bayern-seehofer-aergert-sich-ueber-website-der-spd-a-883016.html
Die CSU bzw. Union beklagt sich über schmutzigen Wahlkampf? Wie war das mit dem Glashaus und den Steinen? Ich sage nur: "das Boot ist voll", "rote Socken Kampagne" oder die Koch Nummer in Hessen wo man gegen Ausländer unterschreiben konnte. usw. usw.
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