SPON-Wahltrend AfD in Brandenburg vorn, Grüne legen zu

Zwei Wochen vor der Brandenburg-Wahl liegt die AfD in einer neuen Umfrage weiter vorn. SPD, Grüne, CDU und Linke folgen fast gleichauf dahinter. In der Frage einer AfD-Regierungsbeteiligung sind die Wähler gespalten.
Brandenburgs AfD-Chef Andreas Kalbitz: Zentrale Figur des Rechtsaußen-Netzwerks "Flügel"

Brandenburgs AfD-Chef Andreas Kalbitz: Zentrale Figur des Rechtsaußen-Netzwerks "Flügel"

Foto: Alexander Becher / EPA

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer macht Wahlkampf auf der Glienicker Brücke, die einst die Spaltung zwischen Ost und West markierte. Der frühere SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck spricht von einer "unguten Grundstimmung" in der ostdeutschen Bevölkerung. Und die brandenburgische AfD instrumentalisiert Willy Brandt für den Wahlkampf.

30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wird über Grundsätzliches debattiert: über das Erbe der Deutschen Einheit, den Osten Deutschlands und sein Verhältnis zur Demokratie. Drei Landtagswahlen stehen bevor: am 1. September in Brandenburg und Sachsen, am 27. Oktober dann in Thüringen.

In Sachsen und Thüringen kommen die Rechtspopulisten von der AfD in Umfragen auf sehr gute Werte. Vor allem in Brandenburg aber haben sie gute Chancen, stärkste Kraft im Landtag zu werden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den "Tagesspiegel" und SPIEGEL ONLINE.

Die Rechtspartei käme demnach auf 21 Prozent, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre. Spitzenkandidat der brandenburgischen AfD ist Andreas Kalbitz. Der Landeschef gilt als zentrale Figur des "Flügels", eines informellen Netzwerks der Rechtsaußen in der Partei, das vom Verfassungsschutz seit Jahresbeginn als Verdachtsfall geführt wird. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

Hinter der AfD liefern sich SPD, Grüne, CDU und Linke einen Vierkampf um Platz zwei. Die FDP kommt auf rund 6 Prozent. Der statistische Fehler dieser Umfrage liegt bei 3 Prozent.

Vor allem die Grünen konnten sich im Vergleich zu Juli verbessern: um 2,4 Prozentpunkte. Die Sozialdemokraten - die im Juni noch auf Rang eins lagen, dann aber deutlich verloren - legten nun um einen Prozentpunkt zu. Auch die CDU verbesserte sich leicht. Die Linke büßte hingegen fast zwei Prozentpunkte ein.

Derzeit schließen alle größeren Parteien in Brandenburg eine Koalition mit der AfD aus. Gut die Hälfte der befragten Brandenburger befürwortet dies.

Fast die Hälfte der in Brandenburg Befragten (46,5 Prozent) sind zudem der Meinung, dass das kategorische Nein der anderen Parteien zu einer Koalition mit der AfD dieser mehr nütze als schade. Nur jeder Fünfte ist der Meinung, dass es ihr eher schade. Gut ein Drittel der Befragten sieht weder einen überwiegenden Nutzen noch eine Schaden.

Bundesweit findet die Entscheidung der anderen Parteien, eine Koalition mit den Rechtspopulisten auszuschließen, deutlich mehr Zustimmung als in Brandenburg. Zwei Drittel befürworten sie; mehr als 58 Prozent stufen sie gar als "sehr positiv" ein.

Die Wahl in Brandenburg wird genau beobachtet, denn das Ergebnis der Abstimmung wird sich auch in der Bundespolitik niederschlagen. Sollte die AfD stärkste Kraft werden, hätte dies bundesweite Auswirkungen - meinen knapp 70 Prozent der deutschlandweit Befragten. Nur knapp 24 Prozent rechnen in diesem Fall nicht mit Folgen für den Bund.

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