Landtagswahl In Hessen hängt alles an der Linkspartei

Das Abschneiden der Linkspartei entscheidet über die Machtverhältnisse in Hessen: Schaffen es die Linken ins Parlament, hätte Rot-Grün keine Mehrheit. Die CDU wird zwar stärkste Kraft, könnte aber den Koalitionspartner FDP verlieren.
Schäfer-Gümbel mit seiner Frau Annette: Mögliche Mehrheit für SPD und Grüne

Schäfer-Gümbel mit seiner Frau Annette: Mögliche Mehrheit für SPD und Grüne

Foto: Arne Dedert/ dpa

Wiesbaden - In Hessen zeichnet sich ein spannender Wahlabend ab: Die CDU wird stärkste Kraft. Möglich ist dennoch auch ein Machtwechsel - also eine Mehrheit für SPD und Grüne. Die FDP liegt bei ARD und ZDF knapp unter fünf Prozent, die Linkspartei knapp über fünf Prozent - ihr Wert steigerte sich zuletzt.

Die aktuelle Prognose der ARD:

CDU 38,9 Prozent,

SPD 30,9 Prozent,

Grüne 10,4 Prozent,

Linkspartei 6,0 Prozent,

FDP 4,8 Prozent

und AfD 4,2 Prozent.

Beim ZDF sieht es so aus:

CDU: 39,5 Prozent

SPD: 32,5 Prozent

Grüne: 10,4 Prozent,

Linkspartei: 5,4 Prozent,

FDP: 4,5 Prozent und

AfD: 4,0 Prozent.

Das Abschneiden der Linkspartei dürfte damit für mögliche Mehrheitsverhältnisse entscheidend sein. Schafft es die Linkspartei in den Landtag, dürfte es für Rot-Grün kaum reichen.

Die SPD gewinnt auf jeden Fall deutlich dazu. 2009 hatten die Sozialdemokraten allerdings mit knapp 24 Prozent das schlechteste Ergebnis der Nachkriegsgeschichte erreicht. Die ersten Prognosen zeigen: SPD-Mann Thorsten Schäfer-Gümbel könnte Ministerpräsident werden. Fünf Jahre nach dem Scheitern von Andrea Ypsilanti wäre ihr Nachfolger Schäfer-Gümbel der große Sieger. In einer möglichen Großen Koalition könnte dagegen CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier im Amt bleiben.

Im neuen Landtag wäre die CDU der ARD-Prognose zufolge mit 50 Abgeordneten vertreten. Die SPD stellte demnach 39 Abgeordnete, die Grünen kommen auf 13 Mandate und die Linke acht. Damit ist die Regierungsbildung in Hessen zunächst völlig unklar.

Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch bezeichnete das Abschneiden seiner FDP als katastrophal. "Wir sind tief enttäuscht". Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Mathias Wagner, zeigte sich enttäuscht: "Wir hätten gern mehr zu einem Regierungswechsel beigetragen."

cte/fab
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.