Landtagswahl CDU siegt in Sachsen, AfD stark, FDP draußen

Die CDU hat die Landtagswahl in Sachsen deutlich gewonnen. Laut den Hochrechnungen kommt sie auf 39,2 Prozent. Die eurokritische AfD zieht mit rund zehn Prozent erstmals in einen Landtag ein - für die FDP reicht es nicht.

CDU-Spitzenkandidat Tillich, Kanzlerin Merkel: Deutlicher Sieg in Sachsen
DPA

CDU-Spitzenkandidat Tillich, Kanzlerin Merkel: Deutlicher Sieg in Sachsen


Dresden - Nach den Hochrechnungen kommt die CDU bei der Landtagswahl in Sachsen auf 39,2 Prozent. Ministerpräsident Stanislaw Tillich dürfte damit im Amt bleiben - er muss sich aber einen neuen Koalitionspartner suchen, weil die FDP mit rund 4 Prozent am Einzug in den Landtag scheitert.

Die eurokritische Alternative für Deutschland zieht mit rund 10 Prozent erstmals in einen Landtag ein. Die Linkspartei kommt auf fast 19 Prozent, die SPD verbessert sich leicht auf rund 12,5 Prozent, und die Grünen erreichen bis zu 5,8 Prozent. Die rechtsextreme NPD könnte mit 5,0 Prozent erneut im Parlament vertreten sein.

Die CDU, die 2009 noch auf 40,2 Prozent kam, kann damit 57 bis 58 Abgeordnete ins Parlament entsenden, eine absolute Mehrheit (66 Sitze) ist laut ARD außer Reichweite. Die Linke bekommt 27 Sitze, die SPD 18 und die AfD 14. Die Grünen können mit sieben bis acht Mandaten rechnen, die NPD mit sieben. Die Wahlbeteiligung liegt nur bei 48,5 Prozent.

Obwohl die CDU damit ihr schlechtestes Ergebnis bei Landtagswahlen in Sachsen erzielte, kann der im Mai 2008 ins Amt gekommene Tillich erneut die Regierung bilden. Nach dem Scheitern der FDP hoffen nun vor allem die Sozialdemokraten, Juniorpartner zu werden.

CDU und SPD hatten Sachsen schon von 2004 bis 2009 zusammen regiert. Die SPD verbesserte sich entgegen den Erwartungen aus den Umfragen nur leicht. In Berlin sprach SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi von einem "bittersüßen Ergebnis" für ihre Partei.

Die FDP setzte die Serie schwerer Niederlagen bundesweit fort und ist jetzt nur noch in acht der 16 Landtage vertreten. Der Abgrenzungskurs gegenüber der Bundespartei im Wahlkampf zeigte keine Wirkung.

Wahlergebnisse für Sachsen

fab/dpa

insgesamt 143 Beiträge
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horstu 31.08.2014
1. Etiketten
Was soll der ständige "eurokritische" Zusatz bei der AfD? Die Währungspolitik ist nur ein Thema von vielen, und auf Bundeslandebene kaum relevant. Genauso gut könnte man die Grünen permanent mit Suffixen wie "industriekritisch" oder "ökologisch" etikettieren. Andere Parteien ähnlich. Das permanente Labelling erweckt den Eindruck, nicht einfach sachlich über die Partei berichten zu wollen. Etiketten sind immer auch Zuschreibungen und Einschränkungen (Orientalismus lässt grüßen) und in der politischen Berichterstattung nicht sinnvoll.
Immanuel_Goldstein 31.08.2014
2.
Wahlbeteiligung unter 50%? Das heißt, dass keine Partei die Mehrheit der Wahlberechtigten überhaupt erreicht hat. Da gibt es nichts zu beschönigen, es ist ein Desaster für sämtliche angetretenen Parteien. Offenbar die die Parteipolitik in diesem Land mittlerweile durchgängig derart schlecht, dass des Legitimitätsprobleme gibt.
wolfi55 31.08.2014
3. Gott sei Dank FDP dtaußen
So lange die FDP solche Leute wie Rülke in Baden-Württemberg als Lautsprecher hat, solange bin ich froh um jedes Parlament aus dem die fliegen.
KingTut 31.08.2014
4. AfD
Bemerkenswert, aber auch nicht überraschend ist das gute Abschneiden der AfD, denn es zeigt, was sich schon seit Monaten abzeichnet, dass nämlich immer mehr Bürger ihre Interessen eher bei dieser Partei aufgehoben sehen. Ich wünsche Herrn Tillich den Mut, gemeinsam mit dieser Partei eine Koalition einzugehen, damit wieder eine bürgernahe Politik betrieben wird. Die niedrige Wahlbeteiligung ist ein klares Indiz für die Politikverdrossenheit der Menschen, dank der etablierten Parteien, die größtenteils das Gespür dafür verloren haben, was die Menschen wirklich bewegt.
neu_im_forum 31.08.2014
5. Wahl in Sachsen
48,5 Wahlbeteiligung? So was hilft nur dem politischen Rand und Extremisten. Siehe NPD und AfD.
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