Landtagswahlen CDU spekuliert auf Doppel-Triumph

Die Begeisterung der Wähler ist mäßig, schlechtes Wetter könnte die Beteiligung auf ein niedriges Niveau drücken. Der CDU kann es vermutlich egal sein: Alle Umfragen gehen davon aus, dass sie bei den Landtagswahlen Hessen halten und die SPD-Bastion Niedersachsen schleifen kann.


Wahrscheinlicher Verlierer: Sigmar Gabriel verdankt seine Macht Gerhard Schröder - und heute dürfte der Unmut über Schröders Politik Gabriel wieder aus dem Amt spülen
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Wahrscheinlicher Verlierer: Sigmar Gabriel verdankt seine Macht Gerhard Schröder - und heute dürfte der Unmut über Schröders Politik Gabriel wieder aus dem Amt spülen

Hannover/Wiesbaden - Wie sich die Bilder gleichen: Die Landtagswahl in Niedersachsen ist am Vormittag schleppend angelaufen, auch in Hessen meldeten die Wahlamtsleiter einen zögerlichen Auftakt. Die CDU-Kandidaten gingen früh zur Wahlurne und demonstrierten Siegesgewissheit.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) wählte zusammen mit Frau Anke im verschneiten Eschborn, der niedersächsische CDU-Spitzenkandidat Christian Wulff gab seine Stimme in seiner Heimat Osnabrück ab. "Heute besteht eine unglaublich große Chance, die Regierung zu übernehmen", sagte Wulff, der zum dritten Mal gegen die SPD, aber zum ersten Mal gegen den Schröder-Nachfolger Sigmar Gabriel antritt.

Außer den CDU-Kandidaten gingen am Vormittag nur Wenige zur Wahl: Zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale hatten in Niedersachsen erst 7,2 Prozent der 6,1 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben - vor fünf Jahren lag die Beteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 8,5 Prozent. In Hessen sind 4,3 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen, hier meldete etwa Wiesbaden um zehn Uhr eine Wahlbeteiligung von 5,8 Prozent - bei der vorangegangenen Landtagswahl 1999 waren es 5,7 Prozent.

Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) sagte am Morgen im Wahllokal in seiner Heimatstadt Goslar, er sei trotz der schlechten Erfolgsaussichten nicht nervös. Nach der Stimmabgabe wollte er Tennis spielen.

Für Niedersachsen hatten die letzten Umfragen nach 13 Jahren SPD- Landesregierung einen Machtwechsel vorausgesagt. Demnach könnte Wulff neuer Regierungschef werden. Bei der Landtagswahl 1998 hatte die SPD die absolute Mehrheit der Mandate errungen. In Hessen will die CDU/FDP-Koalition unter Ministerpräsident Koch ihre Mehrheit verteidigen. Nach Umfragen hat die Union Chancen auf eine absolute Mehrheit. Der SPD als größten Oppositionspartei mit Spitzenkandidat Gerhard Bökel werden Verluste vorhergesagt.



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