Landtagswahlen Union drohen erhebliche Einbußen

Schlechte Umfragewerte für die Unions-Ministerpräsidenten: Bei allen Landtagswahlen 2008 drohen laut einer Erhebung des Emnid-Instituts herbe Verluste. Teilweise müssen sie mit Verlusten von bis zu sieben Prozentpunkten rechnen.


Hamburg - Hessens CDU-Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und seinem Hamburger Parteikollegen, dem Ersten Bürgermeister Ole von Beust, sagen die Meinungsforscher den Verlust ihrer absoluten Mehrheiten voraus. In Bayern wird die CSU laut der Umfrage des Emnid-Instituts für "Bild am Sonntag" ihre Zweidrittelmehrheit deutlich verfehlen.

Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte der Zeitung: "Bei den vorangegangenen Landtagswahlen haben die Ministerpräsidenten der Union vom schlechten Ansehen der rot-grünen Bundesregierung profitiert. Jetzt schlägt das Pendel zurück - mit Einbußen von bis zu sieben Prozent. Richtig gefährlich wird es für Koch und von Beust vor allem, wenn die SPD doch mit der Linkspartei paktiert." In Hessen, Niedersachsen, Hamburg und Bayern dürften die Parteien im linken Spektrum deutlich zulegen.

In Hessen kommt die CDU von Ministerpräsident Koch laut Umfrage nur noch auf 42 Prozent (2003: 48,8 Prozent). Die SPD erreicht 32 Prozent (nach 29,1 Prozent bei der vergangenen Landtagswahl), die Grünen liegen nahezu unverändert bei 10 Prozent (10,1 Prozent), die FDP bei 8 Prozent (7,9 Prozent). Die Linkspartei könnte mit fünf Prozent im ersten westdeutschen Flächenstaat in den Landtag einziehen. Union und FDP kämen zusammen auf 50 Prozent, ebenso eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP. SPD, Grüne und Linke hätten zusammen 47 Prozent.

In Niedersachsen, wo wie in Hessen am 27. Januar gewählt wird, liegt die CDU von Ministerpräsident Christian Wulff bei 45 Prozent (2003: 48,3 Prozent). Die FDP erreicht laut Emnid 8 Prozent (8,1 Prozent), so dass es für eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition reichen würde. Die SPD erzielt 32 Prozent (33,4 Prozent), die Grünen schaffen 9 Prozent (7,6 Prozent), und die Linkspartei kommt auf vier Prozent.

Die CDU von Hamburgs Bürgermeister von Beust wird der Umfrage zufolge bei der Wahl am 24. Februar nur noch 42 Prozent (2004: 47,2 Prozent) erhalten. Selbst mit der FDP, die bei fünf Prozent liegt (nach 2,8 bei den vorangegangenen Bürgerschaftswahlen), hätte die Union in der Hansestadt keine Parlamentsmehrheit. Die SPD mit 31 Prozent (30,5 Prozent), die Grünen mit 13 Prozent (12,3 Prozent) und die Linken, die auf Anhieb sieben Prozent schaffen, wären zusammen stärker.

In Bayern wird die CSU am 28. September die Zweidrittelmehrheit, die Edmund Stoiber vor vier Jahren holte, deutlich verfehlen. Laut Emnid liegt sie bei 54 Prozent nach 60,7 Prozent 2003. Die SPD liegt bei 20 Prozent (19,6 Prozent), die Grünen bei 10 Prozent (7,7 Prozent), die FDP bei 6 Prozent (2,6 Prozent) und die Linke bei vier Prozent.

jul/dpa



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