YouTube-Beitrag "Die Zerstörung der CDU" SPD reagiert mit eigenem Clip auf Rezo-Video

"Uns hat eure Kritik erreicht": Auch die SPD hat mit einem Gesprächsangebot auf das Video des YouTube-Stars Rezo reagiert - und die Klimapolitik der CDU attackiert.

Lars Klingbeil in Berlin (Archivbild von 2018)
JENS SCHLUETER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Lars Klingbeil in Berlin (Archivbild von 2018)


Nachdem die CDU doch keine Replik auf das Video von YouTuber Rezo veröffentlichen wollte, hat nun die SPD mit einem Clip reagiert: Generalsekretär Lars Klingbeil, Juso-Chef Kevin Kühnert und der Europaabgeordnete Tiemo Wölken haben am Freitag ein eigenes Video auf Youtube veröffentlicht. "Uns hat eure Kritik erreicht", sagte Klingbeil. "Organisiert euch, ladet uns ein, wir versprechen euch, wir kommen dazu, egal ob Wahlkampf ist oder nicht."

Kühnert betonte angesichts der Kritik an zu wenig Klimaschutz: "Wir brauchen nicht miteinander darüber zu streiten, dass der Klimawandel die wahrscheinlich größte Herausforderung ist, vor der wir stehen." Für gesellschaftliche Veränderungen brauche es aber Mehrheiten.

Für die SPD sei das geplante Klimaschutzgesetz eines der wichtigsten Vorhaben. Gleichzeitig sei es aber auch der größte "struggle" mit der Union, sagte Kühnert. "Wir wollen, dass in diesem Klimaschutzgesetz die Gebrauchsanweisung drinsteht, wie wir das in unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren machen." Die "ganzen Unionsminister" müssten dann konkret sagen, was der Beitrag in ihren Bereichen sein solle.

Bereits am Mittwoch hatte der Europaabgeordnete Wölken eine Videoantwort auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Darin ging er auf einzelne Kritikpunkte von Rezo und die Klimapolitik der SPD ein.

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Der 26 Jahre alte Rezo, der sonst eher unpolitische Videos produziert, hatte den Clip mit dem Titel "Die Zerstörung der CDU" am Samstag veröffentlicht - gut eine Woche vor der Europawahl. In dem fast einstündigen Film attackiert er CDU und CSU, aber auch SPD und AfD (lesen Sie hier einen Faktencheck zu ausgewählten Teilen des Videos).

Die CDU tat sich in der Folge schwer damit, auf das Video zu reagieren. Zunächst hieß es, der Abgeordnete Philipp Amthor werde per Video antworten, dann entschied sich die Partei aber doch dagegen.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak lud Rezo am Donnerstag stattdessen zu einem Gespräch ein. "Lieber @rezomusik, lass uns miteinander reden", schrieb er auf Twitter. Zu dem Zeitpunkt war das Video bereits mehr als fünf Millionen Mal geklickt worden (lesen Sie hier einen Kommentar zum Umgang der CDU mit dem Fall).

"Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD"

Am Freitag tauchte auf dem YouTube-Kanal von Rezo ein knapp dreiminütiges neues Video auf. Der Clip beginnt mit einer Ankündigung von Rezo: "Dies ist ein offener Brief, ein Statement." Im Anschluss kommen nacheinander etwa 30 andere Youtuber zur Wort, die eine Erklärung verlesen, die auch als Text unter dem Video zu sehen ist.

Darin heißt es unter anderem: "Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD. Wählt auch keine andere Partei, die so wenig im Sinne von Logik und der Wissenschaft handelt und nach dem wissenschaftlichen Konsens mit ihrem Kurs unsere Zukunft zerstört. Und wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet." Angehängt ist eine Liste von mehr als 70 Unterzeichnern. Darin tauchen einige der reichweitenstärksten Youtuber auf, wie Julien Bam, Dagi Bee, AlexiBexi oder LeFloid.

vks/dpa



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