Nahles-Nachfolge Klingbeil und Weil verzichten auf Kandidatur für SPD-Vorsitz

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Generalsekretär Lars Klingbeil bewerben sich nicht für den SPD-Vorsitz. Das Rennen um die Nachfolge von Andrea Nahles geht in die heiße Phase.

SPD-Politiker Lars Klingbeil, Stephan Weil
Julian Stratenschulte/ DPA

SPD-Politiker Lars Klingbeil, Stephan Weil


Zwei potenzielle Kandidaten sind raus: Stephan Weil, niedersächsischer Ministerpräsident, und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil verzichten auf eine Kandidatur für den Parteivorsitz. Weils Absage wurde dem SPIEGEL aus Parteikreisen bestätigt, zuerst hatte darüber die "Welt" berichtet.

Generalsekretär Klingbeil, ebenfalls Niedersachse, verkündete seine Entscheidung in einem Video, das auf Twitter verbreitet wurde. Es seien "schon viele wunderbare Menschen auf dem Platz, die sich entschieden haben, dass sie Parteivorsitzende werden wollen", sagte Klingbeil. Vielleicht kämen noch ein paar dazu und dann werde das ein "spannendes Rennen". Klingbeil weiter: "Ich selbst habe mich entschieden, dass ich nicht zu denen gehören werde, die auf der Bühne stehen, um sich um den Parteivorsitz zu bewerben."

Er brenne für die SPD und übernehme sehr gerne Verantwortung, so Klingbeil. Aber er habe keine Partnerin gefunden, mit der es zu 100 Prozent gepasst habe.

Er wolle als Generalsekretär für einen fairen und spannenden Wettbewerb sorgen, versprach Klingbeil. Die SPD könne selbstbewusst sein, sie gehe neue Wege und dürfe sich nicht von "den vielen klugen Ratschlägen" verrückt machen lassen.

Niedersachsens SPD stützt Köpping und Pistorius

Erwartet wird nun, dass der niedersächsische SPD-Verband sich hinter die Bewerbung von Petra Köpping und Boris Pistorius stellt. Eine für Ende des Monats geplante Sitzung des Landesvorstands soll auf kommende Woche vorgezogen werden.

Die sächsische Integrationsministerin Köpping und der niedersächsische Innenminister Pistorius hatten in der vergangenen Woche ihre Kandidatur angekündigt. Am Freitag hatte der SPIEGEL zudem berichtet, dass auch Vizekanzler Olaf Scholz ins Rennen um die Nachfolge von Andrea Nahles einsteigen will.

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SPD-Kandidaten: Partei sucht Retter

cte/hic/vme

insgesamt 19 Beiträge
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Prognose 20.08.2019
1. Fast-, Schein-, und Verzichtskandidaturen
Nach Fast-Kandidaturen und Scheinkandidaturen kommen jetzt die Verzichte auf die Kandidatur. Hauptsache in der Presse oder wie? Kandidiert eigentlich inzwischen überhaupt einer ernsthaft da? Ein echter Trümmerhaufen die SPD.
drent 20.08.2019
2. Heiße Phase
Dann wärmt euch nochmal ein paar Wochen ein bisschen. Im Dezember ist dann schon kühler Winter. Die darauf für euch folgende lange Eiszeit bringt nur noch Schlottern.
Europa! 20.08.2019
3. Konkurrenz? Nein, danke!
Das aus dem Kapitalismus stammende Wettbewerbsmodell passt einfach nicht zu einer sozialdemokratischen oder sozialistischen Partei. In der SPD wird "solidarisch" gehandelt, da kann man ein Schneckenrennen nicht brauchen. War schon immer so, und mit dem tollen neuen System dieses Sommers hat die Partei sich bloß lächerlich gemacht. (Aber ein paar gute Witze waren tatsächlich dabei.) Da konnte man schon richtig ablachen :-))
friedrich_eckard 20.08.2019
4.
In Seeheim herrschen also ganz offenbar Männerüberschuss und Frauenmangel... jetzt darf man nur neugierig sein, wer sich als "Co-" für Scholz keilen lässt...
omop 20.08.2019
5. SPD nur noch ein Experimentierfeld..
erstaunlich wer alles seinen Hut in den Ring wirft, darunter Leute, die in den letzten Jahren/Jahrzehnten nur eine marginale Rolle gespielt haben. Aber aktuell scheint alles möglich bei der SPD. Ein wirklicher Turnaround ist weit und breit nicht zu erkennen.
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