NRW-CDU Laschet wird Parteichef, Laumann führt Fraktion

Die CDU in NRW stellt sich nach dem Wahldebakel mit einer Doppelspitze neu auf: Armin Laschet übernimmt den Parteivorsitz, Karl-Josef Laumann wird Fraktionschef. Der ursprüngliche Plan, beide Ämter an eine Person zu vergeben, ist damit vom Tisch - angeblich nach Intervention aus Berlin.

Christdemokraten Laschet, Laumann: Doppelspitze für NRW
DPA

Christdemokraten Laschet, Laumann: Doppelspitze für NRW


Düsseldorf - Die CDU in Nordrhein-Westfalen hat einen Führungsstreit nach ihrem Wahldebakel abgewendet und will mit einer Doppelspitze neu durchstarten. Nachfolger für den Wahlverlierer und scheidenden Parteivorsitzenden Norbert Röttgen soll Armin Laschet werden, der bisher Partei- und Fraktionsvize ist. Karl-Josef Laumann ist weiter als Chef der Landtagsfraktion vorgesehen. Das bestätigten Fraktions- und Parteikreise am Donnerstag in Düsseldorf, wie mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend melden. Damit ist die zunächst favorisierte Lösung vom Tisch, Partei- und Fraktionsvorsitz zur besseren Profilschärfung in eine Hand zu legen.

Laschet und Laumann selbst wollten sich zunächst nicht äußern. Am Abend wollte der Landesvorstand zusammenkommen - wohl ein letztes Mal in Anwesenheit von Röttgen. Eine Einigung auf den 51-jährigen Laschet als Kandidat für den Chefposten des mitgliederstärksten Landesverbands galt als sicher. Der Ex-Integrationsminister soll dann bei einem Sonderparteitag am 30. Juni gewählt werden. Der frühere Bundestags- und Europa-Abgeordnete gilt als Modernisierer. Er wollte bereits nach der Wahlniederlage 2010 Landesparteichef werden, verlor aber gegen Röttgen.

Auch der Sozialpolitiker Laumann galt als Anwärter auf die Parteispitze. Zugleich mehrten sich aber Stimmen an der Basis, die die geschwächte Partei vor einer Kampfkandidatur warnten. Röttgen hatte nach dem historischen Absturz der CDU bei der Landtagswahl am 13. Mai seinen Rücktritt als Landeschef angekündigt. Kurz darauf war er von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Bundesumweltminister entlassen worden.

Merkel soll sich in die Führungsdebatte in NRW eingeschaltet und auf Laumann eingewirkt haben. Laut "Rheinischer Post" bat sie Laumann, der auch Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft CDA ist, einem Kompromiss mit Laschet zuzustimmen. Berichte über angebliche Pläne, der Westfale Laumann könne im Bundestagswahljahr 2013 nach Berlin wechseln, dementierte ein Fraktionssprecher in Düsseldorf.

Die CDU verlor bei der Landtagswahl am 13. Mai über acht Prozentpunkte und erzielte mit 26,3 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Der neue Landtag konstituiert sich am 31. Mai, die Legislaturperiode dauert bis 2017. SPD und Grüne haben jetzt eine stabile Mehrheit von zusammen 50,4 Prozent der Stimmen. Die CDU war bei der Landtagswahl auf ein Rekordtief von 26,3 Prozent gefallen.

ffr/dpa/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
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hasimen 24.05.2012
1. reset ?
Also - eigentlich eine Frechheit vom Rötgen ... wir hätten uns dieses Flaschendrehen bereits 2010 ersparen können. Das war eine Lehrstunde für alle die meinen irgendetwas mit Verantwortlichkeit in der Politik zu tun zu haben !!!
c++ 24.05.2012
2.
Laumann könnte vielleicht mal Vater Kraft in NRW werden, aber Laschet? Ich denke, die SPD in NRW kann sich beruhigt zurück lehnen. Solange nicht wieder irgendein SPD-Kanzler eine Agenda 20xx macht, lebt die SPD von der fehlenden Alternative.
juergw. 24.05.2012
3. Neuanfang....
Zitat von sysopDPADie CDU in NRW stellt sich nach dem Wahldebakel mit einer Doppelspitze neu auf: Armin Laschet übernimmt den Parteivorsitz, Karl-Josef Laumann wird Fraktionschef. Der ursprüngliche Plan, beide Ämter an eine Person zu vergeben, ist damit vom Tisch - angeblich nach Intervention aus Berlin. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,835009,00.html
sieht anders aus.Neue Gesichter braucht das Land.
audumbla 24.05.2012
4. Regieren nein, Beraten ja!
Wieder die gleichen "Haudegen", das bringt doch nichts!
wolfgangotto 24.05.2012
5. Mit oder ohne Röttgen
Zitat von sysopDPADie CDU in NRW stellt sich nach dem Wahldebakel mit einer Doppelspitze neu auf: Armin Laschet übernimmt den Parteivorsitz, Karl-Josef Laumann wird Fraktionschef. Der ursprüngliche Plan, beide Ämter an eine Person zu vergeben, ist damit vom Tisch - angeblich nach Intervention aus Berlin. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,835009,00.html
Mit oder ohne Röttgen, beide (Laumann und Laschet) sind Verlierer aus der Rüttgers-Verschuldungsära. Wie wäre es mit neuen Gesichtern und Ideen, die einen Neuanfang glaubhaft darstellen.
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