Latex-Stadl Pauli will juristisch gegen Magazin vorgehen

Ledermontur, Latex, rote Perücke: Trotz der Kritik an der Fotostrecke in einem Magazin könnte Gabriele Paulis exhibitionistischer Trip weitergehen: Weitere Bilder schließt die Fürther CSU-Landrätin nicht aus. Gegen "Park Avenue" will sie rechtlich vorgehen.


München - "Ich habe inzwischen einen Anwalt eingeschaltet", sagte Gabriele Pauli in Zirndorf. Sie plane rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung ihrer Fotos in dem Magazin. Pauli hatte sich darin mit Latexhandschuhen und roter Perücke im Stile eines Modells abbilden lassen. Weder die gezeigten Fotos noch der dazugehörige Text, die bei vielen Politikern für Empörung gesorgt hatten, seien von ihr autorisiert worden. "Ich sehe das als massive Verletzung meiner Persönlichkeitsrechte", sagte Pauli auf einer Pressekonferenz.

Pauli: "Ästhetisch und künstlerisch"
DPA

Pauli: "Ästhetisch und künstlerisch"

Die Fotos, die sie unter anderem mit einer aufgemalten Maske und langen schwarzen Latex-Handschuhen zeigen, seien zwar für sich genommen schön. Allerdings hätte sie andere Bilder zur Veröffentlichung freigegeben. "Ich stehe nicht hinter dieser Art von Veröffentlichung", sagte Pauli. Das Magazin habe ihr vor dem Fototermin versichert, seriöse und sympathische Fotos zu zeigen. Das Shooting habe auch Spaß gemacht. Nun fühle sie sich aber hintergangen. "Da steckt wohl die Absicht dahinter, mich in eine Ecke zu stellen, in die ich nicht gehöre", so die Landrätin.

Zugleich verteidigte die Fürtherin ihr Fotoshooting gegen zunehmende Kritik. Im Fernsehsender N24 nannte sie die Bilder "ästhetisch und künstlerisch". "Was mich stört, sind die Ausschnitte, die hier verwendet worden sind - ich muss sagen, wirklich unter der Gürtellinie." Sie schloss allerdings weitere derartige Aufnahmen für die Zukunft nicht völlig aus. "Ich habe nicht vor, das öfter zu wiederholen. Vielleicht irgendwann mal wieder, denn ein Fotoshooting ist immer was Nettes", sagte die CSU-Politikerin in dem Fernsehinterview. "Aber vielleicht achte ich dann mehr auf die Seriosität der entsprechenden Zeitschrift oder des Magazins", fügte die 49-Jährige hinzu.

Unterdessen erklärte der Chef eines Männermagazins, er könne sich vorstellen, Nacktfotos von Pauli zu drucken. "Frau Pauli hat eine erotische Ausstrahlung, die sie zu inszenieren versteht", sagte "Matador"-Chefredakteur Peter Praschl der "Bild"-Zeitung.

Gestern hatte Pauli verärgert auf die Veröffentlichung der Bilder reagiert. Sie warf dem Magazin eine gewählt "provokante Aufmachung" vor und erklärte, sie sei getäuscht worden. "Park Avenue"-Redaktionsleiter Michael Stoessinger wies im selben Fernsehsender Paulis Vorwürfe zurück. "Wir haben die Zitate natürlich mit ihr besprochen", sagte er. Den gesamten Text vorab lesen zu lassen, sei aber nicht üblich. Unter anderem hatte die in einer Überschrift verwendete Formulierung "Sankt Pauli" den Unmut der Kommunalpolitikerin erregt.

CSU-Politiker hatten auf die Fotos empört reagiert. "Damit hat sie sich selbst gerichtet", sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl. Auch der Chef der Freien Wähler (FW) in Bayern, Hubert Aiwanger, ging auf Distanz. Er hatte Pauli zuletzt öffentlich immer wieder angeboten, für seine Partei in den Landtagswahlkampf 2008 zu ziehen. Nach Veröffentlichung der Bilder sagte Aiwanger jedoch dem "Münchner Merkur": "Es wird natürlich immer schwieriger, sie bei uns einzubauen."

Pauli selbst sieht indes kein Ende ihrer politischen Karriere. "Da braucht man sich keine Gedanken zu machen", sagte sie dem Fernsehsender. "Was ich politisch an Inhalten vertrete, das bleibt ja nach wie vor." So bemühe sie sich weiter, mit politischen Aktionen in Erscheinung zu treten.

Heute stellte sie einen Antrag, den Punkt Mitgliederbefragung auf die Tagesordnung der kommenden CSU-Landesvorstandssitzung aufzunehmen.

Pauli drohte zudem mit einem Wechsel von der CSU zu den Freien Wählern. Ihre Liebe gelte derzeit zwar der CSU. Die CSU sei ihre Partei und sie werde weiter dafür arbeiten, dass die CSU vorankomme. Diese Liebe könne aber auf Dauer nicht einseitig sein. Die Zukunft werde zeigen, ob ein Engagement bei den Freien Wählern die bessere Alternative sei. Pauli sagte: "Die CSU tut gut daran, mich zu integrieren."

asc/AP/ddp



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