Laufzeitverlängerung Röttgen verlangt Milliarden-Investitionen in AKW-Sicherheit

Wir verlängern die Laufzeit, ihr investiert: Umweltminister Röttgen knüpft die Verschiebung des Atomausstiegs an hohe Investitionen in die Sicherheit. Bei einer Verlängerung um 28 Jahre käme laut "Handelsblatt" eine Summe von 50 Milliarden Euro auf die Betreiber zu.
Norbert Röttgen: 50 Milliarden für 28 Jahre

Norbert Röttgen: 50 Milliarden für 28 Jahre

Foto: Wolfgang Kumm/ dpa

Norbert Röttgen

Berlin - Die in der Bundesregierung diskutierten Bedingungen für längere Laufzeiten von Atommeilern gehen offenbar nicht weit genug. Der Umweltminister knüpft längere Laufzeiten laut "Handelsblatt" an massive Investitionen in die Sicherheit. Für den Fall einer Laufzeitverlängerung um 28 Jahre setze Röttgen Investitionen von rund 50 Milliarden Euro voraus, berichtete die Zeitung und berief sich auf interne Unterlagen der beteiligten Ministerien. So könnte der Weiterbetrieb der Reaktoren uninteressant werden, hieß es in dem Bericht.

Die Laufzeitverlängerung ist eine der zentralen Fragen, auf die das energiewirtschaftliche Gesamtkonzept der Bundesregierung eine Antwort geben soll. Für das Konzept werden laut "Handelsblatt" derzeit verschiedene Szenarien errechnet, darunter auch Laufzeitverlängerungen für die 17 Atomkraftwerke von 4, 12, 20 und 28 Jahren. Außerdem soll in die Berechnungen einfließen, mit welchen Investitionen in die Sicherheit die Betreiber rechnen müssen.

Regierung

Aus Sicht der Wirtschaftspolitiker in der Union würde die Laufzeitverlängerung durch Röttgens Anforderung ins Leere laufen. Im Energiekonzept müsse mit realistischen Werten gerechnet werden, zitiert das "Handelsblatt" den energiepolitischen Koordinator der Unionsfraktion, Thomas Bareiß (CDU). Die elf Milliarden Euro, auf die sich die Arbeitsebene der Ministerien bereits verständigt habe, seien eine gute Grundlage. Die diskutiert derzeit im Rahmen ihres nationalen Energiekonzeptes über das Thema.

Atomausstieg

Atomkraftwerk

Die rot-grüne Bundesregierung hatte vor rund acht Jahren mit den Stromkonzernen den vereinbart, wonach bis 2022 das letzte in Deutschland vom Netz gehen soll. Nun gibt es in der schwarz-gelben Koalition Überlegungen, Atomkraftwerke bis zum Jahr 2050 am Netz zu lassen. Aber auch Rechenmodelle mit längeren Laufzeiten von 4, 12 und 20 Jahren werden derzeit diskutiert.

ler/apn/dpa