Coronapandemie Lauterbach erwartet Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte Februar

Der Bundesgesundheitsminister rechnet damit, dass die Omikron-Welle erst in einigen Wochen ihren Höhepunkt erreicht. Zudem müsse die Impfpflicht »schnell« kommen, um eine nächste Welle im Herbst noch abzuwenden.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach

Foto: Xander Heinl/photothek.de / imago images/photothek

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet eigenen Angaben zufolge damit, dass die Omikron-Welle erst in einigen Wochen ihren Höhepunkt erreicht. »Ich glaube, dass wir den Höhepunkt der Welle Mitte Februar erreichen werden, und dann könnten die Fallzahlen auch wieder sinken, aber wir sind noch nicht auf dem Höhepunkt angekommen«, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der Sendung »RTL Direkt«.

Er gehe zudem davon aus, dass »die jetzige Dunkelziffer ungefähr beim Faktor 2 liegen« dürfte. Damit läge die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich höher als die am Dienstag gemeldeten 553,2. »Ob es tausend sind, wissen wir nicht genau, aber wir werden noch höhere Fallzahlen bekommen«, sagte Lauterbach.

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Der Minister forderte zudem eine zügige Einführung der allgemeinen Impfpflicht gegen Corona nach einer entsprechenden Entscheidung des Bundestags. Die Impfpflicht müsse schnell kommen, sagte Lauterbach. »Wenn wir einen Antrag machen wollen, der noch funktioniert, dann ist das ein Antrag, der die Impfpflicht in Kraft setzt – was weiß ich – im April oder um den April herum, vielleicht im Mai.«

Er begründete dies wie folgt: Ungeimpfte müssten dann »drei Impfzyklen durchlaufen ... und bis dahin ist man dann schon im September oder Oktober«. »Weil, das muss schnell geschehen, damit ich die Welle – und das ist ja die Begründung für die Impfpflicht – damit ich die Welle im Herbst noch abwenden kann.«

Gruppenanträge statt Regierungsvorschlag

Lauterbach und Kanzler Olaf Scholz (SPD) befürworten eine Impfpflicht. Es soll aber keinen Regierungsvorschlag geben, sondern der Bundestag soll sich auf Grundlage von Gruppenanträgen von Abgeordneten mit dem Thema befassen. Zudem ist eine Abstimmung ohne die sonst übliche Fraktionsdisziplin angedacht. Lauterbach verteidigte dieses Vorgehen mit dem Argument, es handle sich um eine ethische Frage.

In diesem Monat soll es eine erste Orientierungsdebatte im Bundestag geben. Die SPD-Fraktion hatte das Ziel vorgegeben, dass das Parlament sich danach bis zu einer Entscheidung nicht mehr als zwei Monate Zeit lassen sollte. Lauterbach sagte nun zu seinen Erwartungen hinsichtlich der Beratungen im Parlament: »Ich würde sagen, dass wir Ende Februar/Anfang März da schon wichtige Debatten sehen werden.«

col/aar/dpa