Leipzig 45.000 bei Montagsdemo gegen den Krieg

In Leipzig haben am Montag erneut gut 45.000 Menschen für den Frieden demonstriert. Sie forderten ein sofortiges Ende des Kriegs in Irak und präsentierten einen Ehrengast - eine ehemalige Weggefährtin Martin Luther Kings.


Deutsche Antikriegsdemonstranten
DER SPIEGEL

Deutsche Antikriegsdemonstranten

Leipzig - Es war die zwölfte Friedenskundgebung in der Tradition der Leipziger Montagsdemonstrationen des Wendeherbstes 1989, an die seit dem 13. Januar angeknüpft wird.

Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich rund 45.000 Demonstranten, die Polizei ging von rund 25.000 Teilnehmern aus. Zum Friedensgebet in der Nikolaikirche hatten sich zuvor Tausende in und vor dem Gotteshaus versammelt.

Dort hatte Pfarrer Christian Führer die Bundesregierung aufgefordert, auch "keine mittelbare Kriegshilfe" zu leisten. Dazu gehörten auch Überflugrechte. An US-Präsident George W. Bush wandte er sich mit dem Appell, nicht länger mit "pseudo-religiösen Vokabeln" den Krieg zu rechtfertigen.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Augustusplatz sagte die 93-jährige US-Amerikanerin Amelie Boyton Robinson, sie überbringe den Leipziger Montagsdemonstranten die Grüße der Amerikaner. "90 Prozent der Bürger in den USA sind gegen den Krieg", sagte die einstige Wegbegleiterin Martin Luther Kings.

"Die bösen Geister, die den Krieg in Irak führen, haben King damals als Unruhestifter und Kommunisten bezeichnet", sagte sie. Dieser habe sich dennoch stets für seinen Traum der Gleichheit der Menschen in aller Welt eingesetzt. Man habe versucht, diesen Traum zu zerstören. "Aber wir sind hier, um die Stücke aufzusammeln und den Traum wieder zusammenzufügen" , unterstrich Robinson.

Auch in Halle gingen am Abend etwa 1.000 Menschen gegen den Krieg in Irak auf die Straße. Rund 900 Menschen wurden in Saarbrücken von der Polizei gezählt, die friedlich für ein Ende des Irak-Kriegs demonstrierten.



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