Nach Brand auf Lesbos Weitere 104 Asylsuchende aus Griechenland in Deutschland angekommen

13.000 Geflüchtete harren auf der griechischen Insel Lesbos aus, Deutschland will 1553 von ihnen aufnehmen. Die Übersiedlung läuft bislang schleppend - nun ist ein zweiter Flieger mit Schutzsuchenden gelandet.
Geflüchtete aus dem ersten Kontingent von Mitte Oktober besteigen ein Flugzeug in Athen

Geflüchtete aus dem ersten Kontingent von Mitte Oktober besteigen ein Flugzeug in Athen

Foto: Sotiris Dimitropoulos / imago images/ANE Edition

Nach dem verheerenden Brand im griechischen Geflüchtetenlager Moria im September hatte sich Deutschland bereit erklärt, insgesamt 1553 Migrantinnen und Migranten aufzunehmen. Die Übersiedlung geht bisher nur langsam voran. Nach einem ersten angekommenen Flieger vor einer Woche meldete das Bundesinnenministerium nun die Ankunft der nächsten Maschine mit Asylbewerbern aus Griechenland. In Hannover seien insgesamt 104 Menschen angekommen: 27 unbegleitete Minderjährige sowie kranke Kinder mit ihren Eltern und Geschwistern.

Die 17 Familien sollen in Berlin, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Bayern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen aufgenommen werden. Die Minderjährigen, die sich ohne ihre Eltern in Griechenland aufhielten, sollen in Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen untergebracht werden.

Im Flugzeug von vergangener Woche waren zunächst 26 Flüchtlingsfamilien angekommen. Die 40 Erwachsenen und 61 Kinder an Bord dieser Maschine bildeten das erste Kontingent der mehr als 1500 Schutzsuchenden, deren Aufnahme die Bundesregierung bereits vor einem Monat beschlossen hatte. Es sind ausschließlich Geflüchtete, die in Griechenland bereits als schutzbedürftig anerkannt wurden.

Darüber hinaus hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) im September zugesagt, Deutschland werde bis zu 150 unbegleitete Minderjährige aus dem abgebrannten griechischen Lager Moria aufnehmen. Ein erster Flug mit 51 Kindern und Jugendlichen war bereits vor rund einem Monat in Hannover gelandet. Mit dabei waren damals auch 17 kranke Kinder mit ihren Familien.

Deutsche Kommunen sind bereit, deutlich mehr Schutzsuchende aufzunehmen

Dutzende deutsche Städte und Gemeinden fordern von der Bundesregierung, deutlich mehr als nur 1553 Geflüchtete aufzunehmen. Ihr Credo: Wir haben Platz, wir können helfen. Nach dem verheerenden Großbrand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos Mitte September waren dort rund 13.000 Menschen obdachlos geworden.

Allerdings können die Städte nicht über die Kontingente entscheiden, die Asylverfahren liegen in der Regel in der Zuständigkeit des Bundes. Zuletzt erteilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag dem Wunsch der Kommunen eine Absage. Sie favorisiert eine gemeinsame europäische Lösung in der Frage der Verteilung der griechischen Geflüchteten, keinen deutschen Alleingang.

mrc/dpa
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