Proteste der »Letzten Generation« Steinmeier kritisiert Festklebe-Aktionen von Klimaaktivisten

Bundespräsident Steinmeier sieht in Deutschland ein wachsendes Bewusstsein für Umweltfragen. Die umstrittenen Protestaktionen der »Letzten Generation« hält er aber für kontraproduktiv.
Bundespräsident Steinmeier bei seinem Besuch in Japan

Bundespräsident Steinmeier bei seinem Besuch in Japan

Foto: Kyodo News / AP

Mit Festklebe-Aktionen und Attacken auf weltberühmte Gemälde sorgen Klimaaktivisten seit Längerem für Debatten. Nun hat sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dazu geäußert. Er hält die umstrittenen Aktionen der Gruppierung »Letzte Generation« für nicht zielführend im Kampf gegen den Klimawandel.

»Wenn ich auf Deutschland schaue, so bin ich wirklich froh darüber, dass es eine wachsende Sensibilität in Umweltfragen gibt, dass viele auch überzeugt sind, dass wir entschlossener und entschiedener gegen den Klimawandel vorgehen müssen«, sagte Steinmeier am Donnerstag in Kyoto. Dafür gebe es Unterstützung aus vielen Bereichen der Gesellschaft.

»Die Frage ist, ob das, was wir auch sehen in diesen Tagen, dass kostbare Gemälde mit Lebensmitteln beworfen werden oder Menschen sich auf der Straße festkleben, dem Klimaziel wirklich weiterhilft«, sagte Steinmeier weiter. »Ich befürchte, dass es die breite gesellschaftliche Unterstützung für mehr und entschiedeneren Klimaschutz eher infrage stellt beziehungsweise uns die Chance raubt, diese Unterstützung noch größer werden zu lassen.«

Der Bundespräsident spielte damit auf die Protestaktionen des Bündnisses »Letzte Generation« an, deren Aktivisten sich seit Monaten auf Straßen festkleben. Zuletzt beschmierten sie Parteizentralen in Berlin und warfen Kartoffelbrei auf ein Monet-Gemälde im Museum Barberini in Potsdam.

Die »Letzte Generation« sorgt in Berlin zudem mit Aktionen regelmäßig für Blockaden auf den Straßen. Am Montag gab es deshalb nach einem Unfall im Stadtteil Wilmersdorf Behinderungen bei der Rettung einer lebensgefährlich verletzten Radfahrerin. Die Polizei ermittelt deshalb gegen zwei Aktivisten. Es handelt sich um einen 63-Jährigen und einen 59-Jährigen. Ihnen wird Behinderung hilfeleistender Personen vorgeworfen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft zählt inzwischen rund 730 Verfahren (Stand 25. Oktober) zu den anhaltenden Aktionen von Klimademonstranten. Vielfach seien Fälle verbunden worden, weil eine Person an mehreren Aktionen beteiligt gewesen sei. Offen sind nach den Angaben derzeit 139 Fälle.

asc/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.