Liberale im Tief Lindner empfiehlt FDP-Anhängern starke Nerven

Miese Umfragewerte bringen die FDP in Bedrängnis. Generalsekretär Christian Lindner müht sich, seinen Liberalen die bedrohliche Nähe zur Fünfprozenthürde schönzureden. Sein Rezept: bloß nicht die Nerven verlieren.
Liberaler Lindner: "Die FDP ist keine Partei für Leute mit schwachen Nerven"

Liberaler Lindner: "Die FDP ist keine Partei für Leute mit schwachen Nerven"

Foto: AP

FDP

Berlin - Die Fünfprozenthürde - dieses Hindernis schien für die bei der vergangenen Bundestagswahl noch weit weg. Mehr als 14 Prozent der Wählerstimmen bekamen die Liberalen im September 2009. Und nun? Wäre am Sonntag Bundestagswahl, müsste die Regierungspartei um ihren Einzug ins Parlament bangen. Aktuelle Umfragen sehen die FDP mal bei vier, mal bei fünf Prozent.

Diesen Trend bestätigt auch der "Deutschlandtrend" der ARD. In der Befragung liegen die Liberalen bei fünf Prozent. Die Union kommt in der Erhebung von Infratest dimap auf 33 Prozent. Dagegen würden sich 30 Prozent für die SPD entscheiden und 17 Prozent für die Grünen. Die Linkspartei käme auf zehn Prozent. Schwarz-Gelb verlöre mit gemeinsam 38 Prozent seine Mehrheit an SPD und Grüne, die demnach auf 47 Prozent hoffen können. Es gab keine Änderung gegenüber dem Deutschland-Trend vom 1. Juli.

Christian Lindner

Mit Blick auf die schlechten Umfragewerte sagte FDP-Generalsekretär : "Es zeigt sich in diesen Tagen: Die FDP ist keine Partei für Leute mit schwachen Nerven. Aber wir müssen gleichwohl die Nerven behalten." Bei den Wählern seien offenbar die Werte seiner Partei nicht angekommen, "marktwirtschaftlich, leistungsorientiert, aber mit Verantwortung; fair und solidarisch, aber nicht gleichmacherisch, umweltorientiert und nachhaltig, aber nicht staatsgläubig", sagte er im ARD-"Morgenmagazin". Daran müssten nun alle arbeiten.

schwarz-gelben Koalition

Zur Kritik an der Arbeit der räumte er ein, "einige" seien enttäuscht gewesen. Nach mehreren Monaten stelle man dann fest, "da gibt es nicht die Fortschritte, die man sich versprochen hat von dieser Regierung", sagte er. Union und FDP hätten ihre Erfolge nicht richtig gemeinsam öffentlich dargestellt, weil sie sich über andere Dinge gestritten hätten.

Zur weiteren Arbeit der schwarz-gelben Koalition nach der Sommerpause sagte der FDP-Generalsekretär: "Ich hoffe, dass wir einfach stilvoll und respektvoll miteinander über offene Punkte sprechen können."

ffr/dpa/Reuters