Lieferstopp Deutschland hilft Serbien mit Gas aus

Die Gasspeicher in Serbien sind bereits nach wenigen Tagen erschöpft, Hunderttausende Menschen frieren in ihren Wohnungen. Nun will Deutschland aushelfen: Solange die russische Lieferblockade anhält, werden mehrere Millionen Kubikmeter Gas nach Serbien exportiert.


Belgrad - Angesichts der ausbleibenden russischen Gaslieferungen über die Ukraine hat Serbien nach Angaben seines Präsidenten mit der deutschen Regierung Ausgleichslieferungen vereinbart.

Deutschland werde täglich drei Millionen Kubikmeter Gas nach Serbien exportieren, sagte Boris Tadic am Donnerstagabend dem staatlichen Fernsehsender RTS. Ab Freitag werde die Gasversorgung "stabil" sein. Zuvor hatte bereits Ungarn angekündigt, Serbien mit bis zu zwei Millionen Kubikmetern pro Tag auszuhelfen.

Serbien ist derzeit vollkommen von der russischen Gasversorgung abgeschnitten und hat seine Reserven bereits aufgebraucht. In mehreren Städten blieben deshalb bereits die Heizungen kalt, rund ein Siebtel der 7,4 Millionen Einwohner war davon betroffen.

Ausgelöst wurde die Gasknappheit durch einen Streit zwischen dem russischen Konzern Gazprom und der ukrainischen Naftogas um unbezahlte Rechnungen und den Preis für russisches Gas. Russland drehte deshalb zum Jahreswechsel den Gashahn für den ukrainischen Markt zu. Am Mittwoch waren zudem sämtliche Gasleitungen über die Ukraine nach Europa gekappt worden.

amz/AFP



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