Prominente zum künftigen FDP-Chef "Lieber Christian Lindner..."

Die FDP will an diesem Wochenende Christian Lindner zum neuen Vorsitzenden wählen. Der Liberale muss die Partei neu aufstellen. SPIEGEL ONLINE hat nachgefragt, was Unterstützer und politische Gegner von ihm erwarten - von Dieter Hallervorden bis Gregor Gysi.
FDP-Politiker Christian Lindner: Bald ganz oben

FDP-Politiker Christian Lindner: Bald ganz oben

Foto: DPA

Berlin - Zwei Gegenkandidaten hat er zwar, doch das dürfte keine Rolle spielen - zu unbekannt sind sie. Wenn alles glattgeht, wird Christian Lindner am Samstagnachmittag zum neuen Vorsitzenden der FDP gewählt.

Der 34-jährige Landes- und Fraktionschef der FDP in Nordrhein-Westfalen steht vor einer schweren Zeit - er muss die traditionsreiche liberale Partei, die seit dem 22. September 2013 erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik nicht mehr im Bundestag vertreten ist, außerparlamentarisch neu aufstellen. Eine ganze Führungsriege der FDP mit Philipp Rösler als amtierendem Chef, Noch-Generalsekretär Patrick Döring, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Holger Zastrow als Vize tritt nicht mehr an.

Lindner macht der Partei ein neues personelles Angebot - mit der künftigen Generalsekretärin Nicola Beer, derzeit Kultusministerin der noch amtierenden schwarz-gelben Koalition in Hessen. Als eine von drei Stellvertretern schickt sein Landesverband die Kommunalpolitikerin und Bürgermeisterin von Düsseldorf, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ins Rennen. Sie soll vor allem eines sein: Ansprechpartnerin für die rund 5000 Kommunalpolitiker der FDP, der Basis für den künftigen Wiederaufstieg über die Landtage in den Bundestag.

Die FDP sortiert sich: Aus Schleswig-Holstein bewirbt sich erstmals der dortige FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki als Vize - ein eigenständiger Kopf, der sich als scharfzüngiger Kritiker der eigenen Partei hervorgetan hat. Aus der Bundesspitze zurückziehen wird sich hingegen ein Lindner-Kritiker - der sächsische Landespolitiker Zastrow, der sich noch jüngst "Machete statt Florett, Stammtisch statt Talkshow und Straße statt Feuilleton" wünschte und damit auf Distanz zu Lindners Stil ging. Er konzentriert sich auf die Landtagswahl im Freistaat - und muss sich dort 2014 mit der schwarz-gelben Koalition einer erstarkenden AfD erwehren.

Spannend dürfte es auf dem außerordentlichen Bundesparteitag in Berlin-Kreuzberg vor allem bei der Wahl der Beisitzer zum Präsidium werden - der Euro-Kritiker Frank Schäffler will ins Gremium gewählt werden.

Klar ist: Lindner nimmt einen Job in einer streitlustigen Partei an, um den er nicht zu beneiden ist. Was zehn politische Gegner, Beobachter und Anhänger von ihm erwarten, ihm raten und wünschen, lesen Sie hier:

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