Linke Ramelow für Doppelspitze aus Wissler und Hennig-Wellsow

Thüringens Ministerpräsident Ramelow freut sich, dass "zwei Frontfrauen aus Hessen und Thüringen" für den Parteivorsitz der Linken kandidieren. Mit ihnen sei "ein starker Aufbruch" verbunden.
Gemeinsam durch die Thüringer Regierungskrise: Ramelow und Hennig-Wellsow im März im Erfurter Parlament

Gemeinsam durch die Thüringer Regierungskrise: Ramelow und Hennig-Wellsow im März im Erfurter Parlament

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HANNIBAL HANSCHKE/ REUTERS

Bodo Ramelow legt sich fest: Der Linkenpolitiker und Ministerpräsident Thüringens unterstützt die Kandidaturen von Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow für den Bundesvorsitz seiner Partei.

Wissler habe als hessische Fraktionschefin gezeigt, "was es heißt, gute und verlässliche Oppositionsarbeit und stabile Parteiarbeit zu leisten", sagte Ramelow dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Die andere Kandidatin kennt er noch besser: Hennig-Wellsow habe als Partei- und Fraktionsvorsitzende in Thüringen eine rot-rot-grüne Landesregierung unter linker Führung begleitet, eine Minderheitsregierung, dazwischen eine "Kemmerich-Phase" und jetzt eine Corona-Zeit (ein Interview mit der Kandidatin lesen Sie hier).

"Diejenige, die dem prominenten Ministerpräsidenten den Rücken frei hält, ist eine sehr starke Frau", sagte Ramelow über Hennig-Wellsow. "Deshalb freut es mich sehr, dass auf einmal zwei Frontfrauen aus Hessen und Thüringen sagen: Wir trauen uns zu, den Fokus der Partei Die Linke neu zu schärfen."

Beide verkörperten ein breites politisches Spektrum, nämlich eine regierungstragende Fraktionsvorsitzende und eine Fraktionsvorsitzende in der Opposition, sagte Ramelow. "Mit beiden wäre ein starker Aufbruch und eine Chance jenseits all der Hinterzimmer in der Partei verbunden." Sie strahlten zudem "Freundlichkeit" aus und hätten bewiesen, dass sie "Parteitage rocken können".

Die beiden Kandidatinnen hatten am Freitag ihre Ambitionen auf den Parteivorsitz erklärt. Katja Kipping und Bernd Riexinger treten als bisherige Linkenchefs beim Parteitag Ende Oktober nicht erneut an.

mes/dpa/AFP