Bundestagswahl Lafontaine kokettiert mit Comeback

So ganz hat man ihm den endgültigen Rückzug aus der Bundespolitik nie abgenommen - und jetzt nimmt er möglicherweise einen neuen Anlauf: Nach Informationen des SPIEGEL hat Oskar Lafontaine mit den saarländischen Kreisvorsitzenden über seine Kandidatur für den Bundestag verhandelt.

Linken-Politiker Lafontaine (Archivfoto): Entscheidung Anfang Mai
dapd

Linken-Politiker Lafontaine (Archivfoto): Entscheidung Anfang Mai


Berlin - Der saarländische Linken-Politiker Oskar Lafontaine liebäugelt mit einem Comeback in die Bundespolitik. Nach Informationen des SPIEGEL hat der Ex-Vorsitzende der Linken mit den saarländischen Kreisvorsitzenden über seine mögliche Kandidatur für den Bundestag verhandelt.

Lafontaine selbst ließ dem SPIEGEL ausrichten, es gebe in der Frage, ob er für den Bundestag kandidiere "keinen neuen Stand". Dass es in der Runde mit den Kreisvorsitzenden zu einer Festlegung gekommen sei, "ist Quatsch". Der saarländische Landesverband will Anfang Mai seine Liste aufstellen. Bis dahin werde er sich entscheiden.

Nach Angaben von Teilnehmern des Gesprächs habe Lafontaine sich für Platz zwei der Landesliste die ehemalige Tennisspielerin und Lafontaine-Freundin Claudia Kohde-Kilsch gewünscht. Kohde-Kilsch arbeitet zur Zeit als Pressesprecherin der saarländischen Fraktion und repräsentierte Die Linke vergangenes Jahr als Wahlfrau in der Bundesversammlung. Der Personalvorschlag sei aber bei den Kreisvorsitzenden auf Skepsis gestoßen. Zur Zeit ist die saarländische Linke mit zwei Abgeordneten im Bundestag vertreten.

Lafontaine hatte sich Ende 2009 aus privaten Gründen aus der Bundespolitik zurückgezogen und danach die saarländische Linksfraktion angeführt. Vergangenes Jahr wollte er sich erneut um den Bundesvorsitz bewerben, zog aber kurz vor dem Parteitag nach einem Machtkampf mit dem früheren Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch seine Kandidatur zurück. Auf dem Parteitag kam es dann zum öffentlichen Zerwürfnis mit Fraktionschef Gregor Gysi. Lafontaine hatte zuvor von Gysi verlangt, seine Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht zur gleichberechtigten Fraktionschefin zu machen.

Parteiintern wird Lafontaines erneutes Kokettieren mit einem Comeback auch als Drohgebärde gegenüber Fraktionschef Gysi gedeutet, der sich bisher einem weiteren Aufstieg von Wagenknecht entgegenstellt. Der Bundesvorstand der Linken hatte sein Spitzenteam aus acht Genossen für den Bundestagswahlkampf bereits im Januar vorgestellt. Dazu gehören Gysi, Wagenknecht, Bartsch und auch der Ex-Vorsitzende Klaus Ernst.

Aus der Parteispitze heißt es, Unterstützung für die Linke sei immer willkommen, aber man sehe keinen Grund, das Spitzenteam noch mal zu ändern.

insgesamt 95 Beiträge
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women_1900 10.04.2013
1. Hoffentlich bald
Zitat von sysopdapdSo ganz hat man ihm den endgültigen Rückzug aus der Bundespolitik nie abgenommen - und jetzt nimmt er möglicherweise einen neuen Anlauf: Nach Informationen des SPIEGEL hat Oscar Lafontaine mit den saarländischen Kreisvorsitzenden über seine Kandidatur für den Bundestag verhandelt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/linke-lafontaine-kokettiert-mit-comeback-bei-bundestagswahl-2013-a-893680.html
Einer der wenigen wirklichen SOZIALdemokraten mit wirtschaftlichen Sachverstand. Leider wird der scharfe Sachverstand von Sarah Wagenknecht so hartnäckig ignoriert.
Izmi 10.04.2013
2. Lafo
Zitat von women_1900Einer der wenigen wirklichen SOZIALdemokraten mit wirtschaftlichen Sachverstand. Leider wird der scharfe Sachverstand von Sarah Wagenknecht so hartnäckig ignoriert.
Bei allen Problemen, die es innerhalb der "Linken" vielleicht gibt (ich bin zu uninformiert, als das ich das beurteilen könnte), wäre ein Oskar Lafontaine als Bundestagskandidat nicht nur eine Bereicherung für die eigene Partei, sondern auch eine wahre Herausforderung für den Kandidaten der SPD. Viele Sozialdemokraten, die heute noch zähneknirschend einen Steinbrück im Kehlkopf stecken haben, könnten zu Lafontaine umschwenken. Nebenbei - wollen Sie mir bitte diesen Satz erklären: "Leider wird der scharfe Sachverstand von Sarah Wagenknecht so hartnäckig ignoriert"...
schwarzeruhu 10.04.2013
3. oh bitte nicht
Und wenn, dann sollte er dafür bitte eine andere Partei gründen. Die Linke ist auf dem Weg, eine moderne linke Partei zu werden. Sie braucht keine Rückkehr der Dinosaurier.
Oskar ist der Beste 10.04.2013
4. optional
na dann wollen wir hoffen, dass OSkar antritt, die Linke braucht ihn im Moment, damit das Ergebnis bei 10% landet, der Bundestag einen sehr guten Redner, der Merkel die Leviten lesen kann und zwar glaubwuerdig und die SchroederPD braucht jemanden, der dieser bejammernswerten Partei zeigt, wie man sozialdemokratisch agieren kann. Also Oskar mach es!
kuschl 10.04.2013
5. Nicht Teamfähig!
Der Mann hat doch nun schon mehrfach gezeigt, daß er nicht teamfähig ist. Er will nur als Alpha und das wird er nicht! Viel Glück im Ruhestand, damit sind auch die anderen glücklicher.
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