Linke-Strippenzieher Gysi Genosse Verlierer

Er hat Weggefährten demontiert und Freunde gedemütigt, um für Oskar Lafontaine zu kämpfen - vergeblich. Jetzt präsentiert Linke-Fraktionschef Gregor Gysi zwei neue Parteichefs, denen er die Führung nie zugetraut hat. Ein mieses Schauspiel.

Ein Kommentar von


An Selbstbewusstsein hat es Gregor Gysi nie gemangelt. Er fuhr zu Slobodan Milosevic, um Frieden zu stiften. Er wusste sogar, wie man gegen Terroristen kämpft. Mit schnellen Kommandoaktionen statt mit Krieg, das war seine Idee. Gregor Gysi ist eigentlich ein verhinderter Uno-Generalsekretär.

Das Publikum hat ihn für seine Schlagfertigkeit geschätzt, für seine Partei war er Maskottchen und Münchhausen zugleich. Er hat sich aufgerieben für seine Partei, um aus der SED am Ende eine neue gesamtdeutsche Linke zu machen.

So, und nicht als DDR-Rechtsanwalt, wollte er in die Geschichte eingehen. In nur wenigen Tagen hat Gysi seinen eigenen Ruf zerstört. Er ist der Verlierer des Dauerstreits in seiner Partei.

Er hat sich für André Brie nicht stark gemacht, als dieser von Oskar Lafontaine geschnitten wurde. Er hat seinen langjährigen Weggefährten Dietmar Bartsch auf einem Parteikongress gedemütigt, als hätte die Partei nie Debatten über Schauprozesse geführt. Er hat einen anderen Freund, Parteichef Lothar Bisky, so sehr hintergangen, dass dieser sich sogar öffentlich beklagte. Hätte er gewusst, dass Bundesgeschäftsführer Bartsch öffentlich so vorgeführt werden sollte, wäre Bisky auf dem Kongress nicht erschienen.

Und wer sollte diesen hohen Preis wert sein? Oskar Lafontaine. Gysi wollte ihn unbedingt in der Führung halten - aber Lafontaine sah zu und sagte am Ende ab. Nun präsentiert Gysi in Gesine Lötzsch und Klaus Ernst zwei Funktionäre als zukünftige Vorsitzende seiner Partei, denen er selbst die Führung bislang nie zutraute. Deshalb kämpfte er ja so lange um Lafontaine.

Gysi macht nun das, was er am besten kann: Theater spielen. Er lobt Lötzsch und Ernst. Aber jeder weiß, dass dies eine Show ist. Der Funke wird nicht überspringen. Nicht mal seine eigenen Genossen kann er mehr begeistern. Gysis Vorstellung war einfach zu mies.

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davehapp 26.01.2010
1. hu
Zitat von sysopEr hat Weggefährten demontiert und Freunde gedemütigt, um für Oskar Lafontaine zu kämpfen - vergeblich. Jetzt präsentiert Linke-Fraktionschef Gregor Gysi zwei neue Parteichefs, denen er die Führung nie zugetraut hat. Eine mieses Schauspiel. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,674096,00.html
hoch-spekulativ das ganze. ist mir rätselhaft, woher sie diese ganzen absurden informationen her haben. so geht das schon seit tagen. nennen sie doch glaubhafte quellen! so liest sich das ganze wie ein verworrenes kasperle-theater.
lucky001 26.01.2010
2. Schadenfreude
Zitat von sysopEr hat Weggefährten demontiert und Freunde gedemütigt, um für Oskar Lafontaine zu kämpfen - vergeblich. Jetzt präsentiert Linke-Fraktionschef Gregor Gysi zwei neue Parteichefs, denen er die Führung nie zugetraut hat. Eine mieses Schauspiel. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,674096,00.html
Schadenfreude ist die schönste Freude in ein par Jahren wird es heißen Linkspartei äh wer? genauso wie es heute heißt wer ist Umweltminister....äh? Wahr eigendlich vorauszusehen das die ein Mann Partei Lafontaine mal irgendwann abtreten würde ist ja schließlich nicht mehr 25 der gute mann (gott sei dank) der einsame Rekorthalter....hihi wer zuletzt lacht....
SaT 26.01.2010
3. schön zu sehen....
wie sich "die Linke" selbst demontiert. Die SPD sollte sic darüber aber nicht zu früh freuen: selbst wenn sie ein paar Stimmen auf der linken Seite gewinnt könnte ihr nach der NRW-Wahl der Koalitionspartner fehlen. Für IM-Notar hatte ich noch nie Symphatien. Im konkreten Fall sollte man aber nachsichtigt sein: Oskar ist schließlich krank - da gezimt es sich für die Genossen nicht den Zwergenaufstand zu üben. Das erscheint dann tatsächlich ziemlich armselig.
Forum_User, 26.01.2010
4. So eine Theater
Zitat von sysopEr hat Weggefährten demontiert und Freunde gedemütigt, um für Oskar Lafontaine zu kämpfen - vergeblich. Jetzt präsentiert Linke-Fraktionschef Gregor Gysi zwei neue Parteichefs, denen er die Führung nie zugetraut hat. Eine mieses Schauspiel. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,674096,00.html
Tja, die Motivforschung halte ich psychologisch (leider) für nachvollziehbar, überzeugend und plausibel. Was für ein Schmierentheater! Vergrault mich (fast?) als Wähler der LINKEN. Schade, die WASG (als eine der "Quellparteien" der LINKEN) war noch so etwas wie eine Anti-Parteien-Partei, aber die LINKE scheint sich da keinen Deut von ihren Gegnern zu unterscheiden. Politik ist eben ein schmutziges Geschäft :-(
frubi 26.01.2010
5. .
Zitat von sysopEr hat Weggefährten demontiert und Freunde gedemütigt, um für Oskar Lafontaine zu kämpfen - vergeblich. Jetzt präsentiert Linke-Fraktionschef Gregor Gysi zwei neue Parteichefs, denen er die Führung nie zugetraut hat. Eine mieses Schauspiel. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,674096,00.html
Ja und? So ist nun mal Politik. Deswegen kann ich mich mit politischen Strukturen auch nicht anfreunden. Am Ende macht schon irgendwer den Job. Egal ob ausreichend Qualifiziert oder nicht. Ohne diese Denke hätten wir keine Minister :).
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