Linkspartei Spitzen-Genossen gesucht - Wer folgt auf Kipping und Riexinger?

Katja Kipping und Bernd Riexinger ziehen sich von der Linken-Parteispitze zurück, mögliche Nachfolger bringen sich in Stellung. Pragmatiker oder Linksaußenpolitiker - wer hat Chancen? Die Favoriten im Überblick.
Mögliche Kandidaten für den Linken-Vorsitz: Janine Wissler, Susanne Hennig-Wellsow, Matthias Höhn, Ali Al-Dailami (v.l.)

Mögliche Kandidaten für den Linken-Vorsitz: Janine Wissler, Susanne Hennig-Wellsow, Matthias Höhn, Ali Al-Dailami (v.l.)

Foto: Müller-Stauffenberg/ Jürgen Heinrich / Christian Ditsch / foto2press / imago images

Eines scheint jetzt schon klar: Der nächste Parteitag der Linken wird für die Genossen ein historischer sein. Acht Jahre sind Katja Kipping und Bernd Riexinger nun schon Bundesvorsitzende - so lange wie kein anderer Chef einer im Bundestag vertretenen Partei. Sie haben die 2007 neu formierten Linken entscheidend geprägt. Nun endet ihre Amtszeit. Und die beiden kandidieren nicht erneut.

Zuerst kündigte Kipping am Freitagabend ihren Rückzug an. Ihre politischen Ambitionen dürfte sie damit jedoch nicht aufgeben. Sie gilt als Anwärterin für die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl. Am Samstagmorgen folgte dann Riexinger mit einer mehrseitigen Erklärung. Auch er will als Vorsitzender aufhören.

Die Partei steht damit vor einem personellen Umbruch, wie es ihn bei den Linken lange nicht gegeben hat. Ein Umbruch, der entscheidend sein dürfte für die künftige Ausrichtung der Partei. Vor allem eine Frage treibt die Genossen derzeit um: Mit welchem Kurs ziehen sie in die Bundestagswahl 2021? Kämpfen sie weiter auch verstärkt um Protestwähler und Fundamentaloppositionelle? Oder präsentiert sich die Linke fortan vollends als pragmatische Regierungskraft mit dem unmissverständlichen Ziel, eine Koalition mit SPD und Grünen zu bilden?

Am Ende wird es eine komplizierte Entscheidung, schließlich spielt Proporz bei der Vorsitzendenkür der Linken eine wesentliche Rolle: Mindestens ein Platz in der Doppelspitze geht an eine Frau, zudem wollten Ost- und Westdeutsche sowie Parteilinke und Pragmatiker in der Vergangenheit gleichermaßen repräsentiert werden. Eine große Frage wird sein, ob sich die Genossen daran auch in der heutigen Zeit noch halten.

Die reformorientierten Linken arbeiten auf eine Richtungsentscheidung hin: Die Namen einer ganzen Reihe ausgewiesener Pragmatiker kursieren, wenn es um die Nachfolge von Kipping und Riexinger geht: Darunter ist etwa Susanne Hennig-Wellsow, die thüringische Landes- und Fraktionschefin, Ex-Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn, der Parlamentarische Geschäftsführer Jan Korte - oder gar Fraktionschef Dietmar Bartsch. Im linken Lager gilt vor allem Janine Wissler, Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, als Favoritin. Doch auch Parteivize Ali Al-Dailami rechnet sich Chancen aus.

Wer sind die Favoriten für den Parteivorsitz? Welche Aussichten haben sie? Der Überblick.

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Die Favoriten für die Linken-Spitze

Foto: Martin Schutt / DPA
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