Linksbündnis Wahlalternative fühlt sich von PDS erpresst

Sie wollen ein gemeinsames Linksbündnis für die Bundestagswahl, aber der Tonfall zwischen der PDS und der Wahlalternative WASG ist alles andere als freundlich: Die WASG fühlt sich von der PDS erpresst und stellt "eine gedeihliche Zusammenarbeit" in Frage.


 WASG-Chefs Thomas Händel und Klaus Ernst: "Keine Blankoschecks"
AP

WASG-Chefs Thomas Händel und Klaus Ernst: "Keine Blankoschecks"

Fürth - PDS-Wahlkampfleiter Bodo Ramelow hatte die WASG aufgefordert, bis Freitag das Protokoll zu unterzeichnen, in dem die Bundesvorstände von PDS und WASG das Linksbündnis für eine vorgezogene Bundestagswahl grundsätzlich gebilligt hatten. Dieses "Diktat" weise man zurück, sagte Thomas Händel vom geschäftsführenden WASG-Bundesvorstand heute in Fürth.

"Erpressung und Drohungen sind keine gedeihliche Basis für eine künftige Zusammenarbeit", sagte Händel. Offensichtlich verstehe die PDS nicht, dass die angekündigte Zusammenarbeit eines demokratischen Entscheidungsprozesses in der WASG bedürfe. "Wer so auf die Trommel haut, hat offenkundig kein Interesse daran, dass aus diesem Projekt etwas wird", sagte Händel.

Geradezu anmaßend sei es, von der WASG Entscheidungen zu einem Zeitpunkt zu verlangen, bis zu dem die PDS selbst noch keine definitive Zusage geben könne. Der entscheidende Parteitag der PDS finde erst am 16. Juli statt. Die PDS dürfe nicht ignorieren, dass die Wahlalternative auch eine Antwort auf die politische Praxis und Programmatik der PDS sei. "Politische Blankoschecks und Unterwürfigkeitsgesten sind von uns nicht zu bekommen", betonte Händel. Die WASG gehe aber weiterhin davon aus, dass man eine einvernehmliche Lösung finden werde.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.